Verwirrter Mann soll Frau in Werne belästigt haben – ihm droht die geschlossene Psychiatrie

Landgericht Dortmund

Ein offenbar psychisch kranker Mann aus Lünen soll in Werne eine Reinigungskraft sexuell belästigt haben. Im Prozess in Dortmund kam außerdem ein weiterer bizarrer Vorfall zur Sprache.

Werne, Lünen

, 19.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Verwirrter Mann soll Frau in Werne belästigt haben – ihm droht die geschlossene Psychiatrie

In diesem Saal wird gegen den Angeklagten aus Lünen verhandelt. © Martin von Braunschweig

Ein 23-jähriger Mann aus Lünen ist seit einigen Monaten in der LWL-Klinik in Lippstadt-Eickelborn untergebracht. Dort bekommt er Medikamente gegen seine Psychose und das tut ihm offenbar sehr gut.

Zu Prozessbeginn vor dem Dortmunder Landgericht konnte sich der Angeklagte mühelos mit den Richtern verständigen. Was er zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft sagt und ob er sich überhaupt noch an etwas erinnern kann, wird sich erst im August zeigen.

Tatzeit war Anfang 2018

In dem Verfahren geht es um zwei Vorfälle. Im Januar 2018 soll der Angeklagte in den Räumlichkeiten des Ambulanten Sozialen Dienstes in Werne eine Reinigungskraft belästigt haben. Laut Staatsanwaltschaft beobachtete er die Frau erst einige Minuten lang, ehe er sich an sie drängte und sie gegen ihren Willen unsittlich berührte.

Zwei Monate später wurde der heute 23-Jährige dann auf der Steinstraße in Lünen auffällig. Auch hier soll er zunächst eine wildfremde Frau belästigt haben, indem er sie plötzlich umarmte und feste an sich drückte.

Als sich die 74-Jährige losgerissen hatte, rannte der Angeklagte offenbar auf die Straße und sprang nacheinander auf zwei fahrende Autos. Beim ersten trommelte er laut Anklage wie wild auf der Motorhaube herum, beim zweiten legte er sich vor die Windschutzscheibe und verursachte beim Herabrutschen später mehrere tiefe Kratzer.

Auch Polizei hatte Schwierigkeiten

Auch die herbeigerufene Polizei soll mit dem 23-Jährigen erhebliche Schwierigkeiten gehabt haben. Zunächst wehrte sich der Angeklagte offenbar heftig gegen seine Festnahme, später spuckte und trat er wild um sich, sodass ein Beamter Verletzungen an den Rippen und am Handgelenk erlitt.

Bei dem Vorfall auf der Steinstraße in Lünen soll er betrunken gewesen sein. Drogen hatte er jedoch keine genommen, wie ein Schnelltest ergab. Die Beamten vermuteten deshalb richtig, dass bei dem Mann eine psychische Störung vorlag. Er kam noch am gleichen Tag in eine Klinik.

Wie es mit dem 23-Jährigen in Zukunft weitergeht, wird jetzt das Dortmunder Landgericht zu entscheiden haben. Im Raum steht eine dauerhafte und unbefristete Unterbringung in einer geschlossenen Klinik. Diese Maßregel könnte aber auch zur Bewährung ausgesetzt werden, weil sich der Zustand des Mannes aktuell ja sichtlich gebessert hat.

Urteil frühestens im August

Vor einer Entscheidung müssen die Richter aber natürlich den Sachverhalt vollständig aufklären. Das bedeutet: Sämtliche Zeugen werden in den kommenden Wochen ihre Aussage im Dortmunder Landgericht machen müssen. Mit einem Urteil ist daher frühestens Ende August zu rechnen.

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