Baustopp an der Tigge: „Die Preise der Firmen waren utopisch hoch“

mlzNeubau in Werne

Zehn Wohneinheiten sollten bis Ende 2020 auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei bezugsfertig sein. Doch der Bau verzögert sich. Grund: Die Baufirmen riefen zu hohe Kosten auf.

Werne

, 29.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei dem Baugrundstück handelt es sich um das Areal der ehemaligen Gärtnerei Brüggemann. Der Gärtnereibetrieb war im Laufe der Jahre auf dem Eckgelände Tigge/An den 12 Bäumen immer weiter geschrumpft. Markantes Gebäude dort war bis zum Schluss der dunkel geklinkerte Brüggemann-Bungalow.

Nach der Übernahme der Immobilie wollte die Familie Dobslaff dort schnell ein Wohngebäude mit zehn Einheiten hochziehen. Grund für die Eile: Das Objekt sollte ausschließlich für die Mitarbeitern von Thermo Sensor, der Firma der Familie Dobslaff, zur Verfügung stehen. Bereits im August 2019, als die Pläne bekannt wurden, habe es doppelt so viele Interessenten in der Firma gegeben wie Wohnungen, sagte damals Prokuristin Birthe Dobslaff.

Der Bau des Mehrfamilienhauses Auf dem Gelände an der Ecke Tigge/An den 12 Bäumen verzögert sich. Grund laut Bauherren: Die Preisvorstellungen der Baufirmen.

Der Bau des Mehrfamilienhauses auf dem Gelände an der Ecke Tigge/An den 12 Bäumen verzögert sich. Grund laut Bauherren: Die Preisvorstellungen der Baufirmen. © Jörg Heckenkamp

Doch nach dem zügigen Abriss des Bungalows tat sich nichts mehr, aktuell liegt das eingezäunte Grundstück brach. Warum geht‘s nicht weiter, wenn das Interesse doch so groß ist? Dafür hat Birthe Dobslaff, die Tochter des Firmengründers Waldemar Dobslaff, eine Begründung parat: „Die Preise, die die Firmen aufgerufen haben, waren einfach utopisch hoch.“

Das Projekt habe Ende 2019 Fahrt aufgenommen. Schon damals hätten die Architekten, das Büro Steinberg und Koeppen aus Coesfeld, auf die steigenden Baupreise hingewiesen. Und so sei es gekommen. Eigentlich sogar noch schlimmer: „Es ist unvorstellbar, welche Preisvorstellungen der einzelnen Firmen bei der Ausschreibung eingegangen sind.“ Kurzfristig habe ihr Vater sogar erwogen, das Bauprojekt ganz abzusagen.

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Und dann kam die Corona-Krise. Die Wirtschaftsleistung geht zurück. Und damit, so die Hoffnung der Bauherren, auch die Baupreise. „Wir haben jetzt noch mal ausgeschrieben und hoffen, dass sich die Preisvorstellungen reduzieren“, sagt Birthe Dobslaff. Dadurch sei der Zeitplan nicht mehr zu halten. „Wir wollen aber zumindest noch im Jahr 2020 anfangen. Wenn alles klappt, vielleicht schon im September.“

An den Plänen habe sich durch die Verzögerung nichts geändert. Es bleibe bei zehn hochwertig ausgestatteten Wohneinheiten mit Größen von 80 bis 120 Quadratmetern. Kamine, ein Aufzug und eine Tiefgarage sind in dem Objekt geplant.

Der ehemalige Bungalow der  Gärtnerei Brüggemann ist bereits abgerissen.

Der ehemalige Bungalow der Gärtnerei Brüggemann ist bereits abgerissen. © Andrea Wellerdiek (A)

Auch die Stadt kann dem neuen Wohngebäude einiges abgewinne. Baudezernent Ralf Bülte sagt auf Anfrage der Redaktion: „Es handelt sich um ein großes Gebäude, das von der Maßstäblichkeit gut in den integrierten Standort passt.“ Die Architekten hätten ein hochwertiges Objekt mit 2 Geschossen plus Staffelgeschoss entworfen.

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