Theaterstück im Kolpingsaal

Von Nierenleiden zu Liebesleid: Theaterstück „Die Niere“ im Kolpingsaal

Überraschende Wendungen hielt das Theaterstück „Die Niere“ für den gut besuchten Kolpingsaal in Werne bereit. Am Ende wurde aus der Komödie um ein dringend benötigtes Organ eine Ehetragödie.
© MEISEL-KEMPER

Damit hatte wohl keiner der Zuschauer im Kolpingsaal in Werne gerechnet. Am Ende des Theaterstücks „Die Niere“ stand nicht mehr der Titel im Mittelpunkt, sondern zwei gescheiterte Ehen. Die Frage um die Niere als Spenderorgan für den Ehepartner oder die Freundin entpuppte sich als Liebestest zwischen Architekt Arnold (Dominic Raacke) und seiner Frau Kathrin (Katja Weitzenböck).

Man kann sich darüber streiten, ob jemand jenseits der Bühne zu einem derartigen Trick gegriffen hätte. Fakt ist, dass der Regisseur Martin Woelffler aus dem Stück „Die Niere“ von Stefan Vögel eine mitreißende Komödie für das Berliner Ensemble der „Komödie am Kurfürstendamm“ gestrickt hatte. Oft musste das Publikum lachen, denn durch die Dialoge und durch die Schauspielkunst der vier Akteure, wurden neben den Klischees vom leidenden Mann und der starken Frau auch noch andere Muster bedient.

Arnold, der potenzielle Nierenspender

Am Anfang stand das Ergebnis der Vorsorgeuntersuchung des Paares. Er sei kerngesund, sie brauche über kurz oder lang einen neue Niere. Arnold kam als potentieller Spender in Frage. Genau darüber entfachte ein Streit, der mit seinen Spitzen und Wendungen das sinkende Schiff einer bisher angeblich glücklichen Ehe ankündigte. Arnold gab kein eindeutiges Ja als Spender ab, während Kathrin seine Reaktion als eindeutiges Nein interpretierte. „Ich soll meine Niere bei lebendigem Leib spenden? Mir wird ja schon schlecht nur bei dem Gedanken an einen Spenderausweis“, brach es aus Arnold heraus, bedauerte sich selbst schon jetzt und registrierte nicht die sprachlose Reaktion seiner Frau.

(V.l.) Arnold (Dominic Raacke) und Götz  (Ralf Komorr) im Theaterstück „Die Niere“.
(V.l.) Arnold (Dominic Raacke) und Götz (Ralf Komorr) im Theaterstück „Die Niere“. © Meisel-Kemper

Auch als das befreundete Ehepaar Diana (Jana Klinge) und Götz (Ralf Komorr) hinzukam, weil sie einen Auftrag Arnolds und den unsichtbaren Tim feiern wollten, überging Arnold die möglichen Ängste seiner Frau. Götz sagte als potenzieller Nierenspender zu, was Arnold eifersüchtig machte. „Du willst ja nur deine Niere spenden, damit du sie nachher ins Bett kriegst“, warf Arnold seinem Freund vor.

Von Komödie zur Tragödie

Es kam noch dicker. Zur Pause erhielt Kathrin einen Anruf, in dem ihr mitgeteilt wurde, dass die Laborergebnisse vertauscht wurden. Ab diesem Punkt war Arnold der Gebrechliche, denn jetzt brauchte er eine neue Niere – so dachte er.

Am Ende schließlich stellte sich heraus, dass Diana eine Affäre mit Tim hatte, weswegen Götz sauer war. Und Kathrin bewies ihrem Mann, dass auch er untreu war. Der Anrufer, der die Vertauschung der Laborergebnisse mitteilte, war ihr Freund Klaus. Die Geschichte um die Nierenspende stellte sich lediglich als Test heraus, wie sehr Arnold seine Frau noch liebte. Letztendlich verließ Kathrin ihren Mann.

Der gut besuchte Kolpingsaal spendete am Ende des Abends Applaus.
Der gut besuchte Kolpingsaal spendete am Ende des Abends Applaus. © Meisel-Kemper

Liebesleid löste das Nierenleiden auf dramatische Art ab, das Publikum verstummte. Von der Komödie zur super gespielten Ehetragödie – das berührte alle Besucher, stürmischer Applaus war der verdiente Lohn des Quartetts.

Der stürmischer Applaus war der verdiente Lohn für das Quartett.
Der stürmischer Applaus war der verdiente Lohn für das Quartett. © Meisel-Kemper

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