Das Solebad Werne ist seit Ende Oktober geschlossen. Dennoch sind die Becken mit Wasser gefüllt und die Anlagen laufen weiter. Das hat verschiedene Gründe. © Eva-Maria Spiller (A)
Solebad im Lockdown

Warteschleife statt Abschalten: Technik im Solebad Werne läuft trotz Schließung

Das Solebad Werne ist seit Ende Oktober 2020 geschlossen. Während anderenorts die Betriebe komplett herunterfahren, läuft die Technik im Solebad weiter. Und das hat verschiedene Gründe.

Die Becken im Solebad Werne sind auch im Lockdown mit Wasser gefüllt. Die Mitarbeiter nehmen wie im laufenden Betrieb Proben, kontrollieren so die Hygiene-Standards. Auch die technischen Geräte, etwa das Blockheizkraftwerk, laufen weiter. Das Solebad hat zwar seit Ende Oktober aufgrund des Lockdowns in der Corona-Pandemie geschlossen. Dennoch befindet sich der Betrieb in einem Standby-Modus.

Das hat verschiedene Gründe, wie Badleiter Jürgen Thöne erklärt: „Entweder man schließt ein Bad komplett oder man fährt es energetisch nur so weit runter, dass technisch keine Schäden am Bad verursacht werden“. Es gäbe verschiedene Philosophien, wie Bäder gut durch den Lockdown kommen.

Standby-Modus für schnelle Wieder-Eröffnung des Solebads

Während einige Einrichtungen noch bis zu den Weihnachtsferien Schulschwimmen ermöglicht hatten, sind andere komplett runtergefahren worden, erzählt Thöne von seinem regelmäßigen Austausch mit Kollegen aus anderen Orten. Demnach hätten einige, vor allem aber kleinere und ältere Bäder, ihren Betrieb komplett eingestellt. Sie bleiben etwa gleich bis Ostern geschlossen.

Die meisten Bäder allerdings befänden sich wie das Solebad in Werne derzeit im Standby-Modus. Die Wasserumwälzungen im Becken finden statt, die Temperaturen allerdings wurden stark nach unten gestellt. So können nicht nur Kosten gespart und die Anlagen geschützt werden. „Auf diese Weise können wir das Bad auch von der einen auf die andere Woche wieder öffnen“, sagt Thöne.

Strom wird weiter eingespeist

Er und sein Team möchten so schnell es geht wieder einen Schwimmbetrieb ermöglichen, sobald es die Corona-Schutzverordnung zulässt. Würde man den Betrieb im Bad komplett herunterfahren, würde es etwa 6 bis 8 Wochen dauern, bis man wieder öffnen könnte. Dieses Risiko wolle man nicht eingehen.

An einigen Stellen könnte man auf diese Weise auch Kosten einsparen. So läuft das Blockheizkraftwerk weiter, erklärt Thöne. Damit wird Strom für den Betrieb eingespeist. Würde man diese Anlage abschalten, müsste man bei der Bad-Öffnung stattdessen Strom extern einkaufen.

Badleiter Jürgen Thöne hofft, dass die Corona-Regeln bald eine Öffnung des Solebads ermöglichen. Er könne sich vorstellen, dass das Bad im ersten Quartal wieder mit strengen Hygiene-Regeln und einer Besucher-Obergrenze geöffnet werden kann. Egal ob im ersten Schritt Schulen, Vereine oder die Öffentlichkeit wieder Zutritt haben werden – für alle Eventualitäten sei man vorbereitet.

„Schwimmen ist gesellschaftspolitisch wichtig. Es ist schlecht, wenn Senioren nicht in die Sole können. Wir haben für sie eine Verantwortung. Aber auch für den Nachwuchs“, erklärt Thöne mit Blick auf die Warnung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), dass viele Kinder in der Corona-Krise auf Schwimmkurse verzichten mussten und somit vorerst Nichtschwimmer bleiben.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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