Was passiert mit Grundstücken am Lüner Bahnhof?

Von Werner Sparkasse ersteigert

Was die Sparkasse Werne mit den Grundstücken am Lüner Bahnhof vorhat, die sie im Februar ersteigert hat, ist immer noch nicht klar. Jetzt steht ein Verkauf im Raum. Unterdessen will die Stadt Lünen den Bebauungsplan für das Areal anpassen. So soll verhindert werden, dass ein Käufer die Flächen nach seinen Interessen nutzen kann.

LÜNEN/WERNE

, 23.09.2014, 11:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Blick auf den Bahnhofsvorplatz: Die Sparkasse Werne hatte Anfang des Jahres auch das Flurstück links (Brachfläche) gekauft. Die Stadt Lünen würde dort am liebsten weitere Parkplätze einrichten.

Blick auf den Bahnhofsvorplatz: Die Sparkasse Werne hatte Anfang des Jahres auch das Flurstück links (Brachfläche) gekauft. Die Stadt Lünen würde dort am liebsten weitere Parkplätze einrichten.

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Zwei dieser Flurstücke werden schon als Parkplatz genutzt, die anderen befinden sich an der östlich gelegenen Bahntrasse und liegen seit Jahren brach. "Ein Verkauf der Grundstücke ist möglich, wenn der Preis stimmt", sagte Kay Löttgert, Leiter der Rechtsabteilung der Sparkasse, auf Anfrage unserer Redaktion. Zwischen der Sparkasse Werne und der Stadt Lünen liefen Gespräche über die Verwendung der Grundstücke. Das dementierte jedoch Matthias Buckesfeld, Technischer Beigeordneter der Stadt: "Es gibt im Moment keine Verhandlungen." Die Sparkasse sei nach dem Erwerb der vier Grundstücke auf die Stadt zugekommen, um sich als neuer Eigentümer vorzustellen, sagte Buckesfeld weiter. Dabei seien der Stadt auch die Grundstücke zum Kauf angeboten worden. "Wir haben der Sparkasse aber ganz klar gesagt, dass wir an einem Kauf nicht interessiert sind", sagte Lünens Technischer Beigeordneter.

Nun soll also der Bebauungsplan angepasst werden. Er regelt, was wo wie gebaut werden darf. "Es besteht derzeit die Gefahr einer unerwünschten privaten Verwertungsabsicht auf dieser brachliegenden Fläche, die mit den städtebaulichen Zielen unvereinbar ist", heißt es in einer Verwaltungsvorlage für die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am Dienstag, 23. September. Dazu sagte Buckesfeld, dass es sich nur um eine abstrakte und nicht etwa akute Gefahr handele. Mit dem Bebauungsplan, den der Ausschuss absegnen muss, verfüge die Stadt über ein Steuerungsinstrument zur Verwirklichung der städtebaulichen Ziele. Im Kern gehe es darum, den bestehenden Parkplatz erst mal nur planerisch um 120 Einstellplätze erweitern zu können.

Aufgrund einer sogenannten schuldrechtlichen Vereinbarung betreibt die Stadt Lünen seit 1999 unentgeltlich die Parkplätze vor dem Bahnhof. Grundsätzlich gilt dieses Recht noch bis 2024. Würde die Sparkasse Werne das Gelände anderweitig nutzen oder vermarkten wollen, könnte die Stadt dagegen klagen. Das hatte die zuständige Rechtspflegerin beim Versteigerungstermin im Februar erklärt.

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Die Sparkasse Werne hatte die zum Teil als Bauland ausgewiesenen Flurstücke vor dem Bahnhofsgebäude für 206.000 Euro als einziger Bieter ersteigert. Der Verkehrswert lag bei 296.000 Euro. Früherer Eigentümer der Flächen (1935 Quadratmeter) war die 2009 Pleite gegangene BWB Brückmann Wohnungsbau- und Betreuungsgesellschaft mbH aus Werne. Die Sparkasse als Gläubiger von Brückmann hatte die Versteigerung in die Wege geleitet.

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