Häufiger bleiben Plätze im Offenen Ganztag in Werne leer. Das hat finanzielle Konsequenzen. Denn auch wenn die Nachfrage sinkt, bleibt die Anzahl der Mitarbeiter. © Helga Felgenträger (A)
Schulen in Corona-Krise

Weniger Kinder in Ganztagsbetreuung: Dennoch soll es mehr Personal geben

In Werne kündigen immer mehr Eltern das Angebot im Offenen Ganztag. Sie betreuen ihre Kinder nun eher selbst. Das führt zu finanziellen Lücken. Nun soll eine Finanzspritze des Landes helfen.

Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass viele Berufstätige nun im Homeoffice arbeiten. Das wiederum sorgt in Werne dafür, dass Eltern ihre Kinder nun selbst betreuen können und auf das Angebot im Offenen Ganztag (OGS) an den Schulen verzichten. Andere möchten ihre Kinder in diesen Zeiten lieber selbst in Obhut nehmen – mit Blick auf die strengen Hygieneregeln in den Einrichtungen.

So gehen die Zahlen der Schüler, die sich in der OGS-Betreuung in Werne befinden, seit Beginn der Corona-Pandemie stark zurück, wie Jugend- und Schuldezernent Alexander Ruhe erklärt. Demnach seien es insgesamt 47 Kinder weniger als zum selben Zeitpunkt im Jahr zuvor. Insgesamt befinden sich derzeit 356 Mädchen und Jungen in einem OGS-Angebot.

Weniger Nachfrage, mehr Personal in OGS in Werne

Das Problem: Auch wenn die Nachfrage abnimmt, bleiben die Kosten für das Personal. Gerade jetzt in der Corona-Krise müssen die Verantwortlichen umplanen, zusätzliche Gruppen und Betreuungszeiten schaffen und somit „mehr oder genauso viele Mitarbeiter“ einsetzen wie bislang, so Ruhe.

Wenn die Schülerzahlen in der OGS allerdings sinken, fließt auch weniger Geld vom Land Nordrhein-Westfalen, das stets Pauschalen pro Schule zahlt. Alle drei Träger, die drei Grundschulen in Werne, hätten deshalb schon beim Schulamt der Stadt signalisiert, dass sie mit den finanziellen Mitteln nicht auskämen, erzählt Ruhe. Deshalb sei man derzeit in Gesprächen, wie man das Problem lösen kann.

Alexander Ruhe, Jugend- und Schuldezernent der Stadt Werne, begrüßt die Idee des Schulministeriums, OGS-Helfer einzusetzen.
Alexander Ruhe, Jugend- und Schuldezernent der Stadt Werne, begrüßt die Idee des Schulministeriums, OGS-Helfer einzusetzen. © Andrea Wellerdiek © Andrea Wellerdiek

Land NRW finanziert OGS-Helfer

Unterstützung könnten nun die vom Land NRW geplanten OGS-Helfer bieten. Sie sollen das bestehende Personal entlasten, indem sie „jenseits der pädagogischen Arbeit wichtige Aufgaben übernehmen“, heißt es aus dem Schulministerium NRW. Denn das bestehende Personal würde immer mehr Aufgaben rund um das Hygienekonzept in der Corona-Krise übernehmen.

Demnach sollen die Grundschulen mit offenem Ganztag im Land eine Pauschale bekommen. Das „Helferprogramm für die Ganztags- und Betreuungsangebote“ mit einem Umfang von rund 30 Millionen Euro ist bis zum Ende des Schuljahres 2020/21 befristet. Alle Schulträger sind berechtigt, einen Antrag für die Finanzspritze zu stellen.

Inwiefern dieses Programm vom Land NRW in Werne umgesetzt wird und ob und wie viele OGS-Helfer in der Lippestadt eingesetzt werden könnten, ist noch unklar. Zunächst muss der Bedarf und die finanziellen Möglichkeiten der Träger analysiert werden, so Ruhe. „Aber zu dieser Frage passt natürlich, dass das Land da jetzt reagiert. Das ist genau an der richtigen Stelle“, erklärt Alexander Ruhe.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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