Wider Erwarten knackte die Wahlbeteiligung in Werne nicht die 80-Prozent-Marke. © Helga Felgenträger
Bundestagswahl 2021

Werne auf Rekordkurs – So lief die Bundestagswahl in der Lippestadt

Eine unterlegene Direktkandidatin, eine jubelnde SPD und ernste Mienen bei der CDU - die Bundestagswahl hat in Werne durchaus für Überraschungen gesorgt. In einer Sache haben sich die Wähler selbst übertroffen.

Zumindest in einer Hinsicht lag Werne bei dieser Bundestagswahl auf Rekordkurs: Die Zahl der Briefwähler war riesig. Fast 10.000 Bürger hatten diese Form der Abstimmung dem Gang zur Wahlurne vorgezogen. Laut Wahlorganisator Sven Henning ein Rekord. Insgesamt gaben 18.592 der gut 23.845 wahlberechtigten Werner ihre Stimme ab. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 78 Prozent. Zum Vergleich: Bei den vergangenen vier Bundestagswahlen lag die Wahlbeteiligung bei 77,5 (2017), 74,4 (2013), 72,9 (2009) und 80,2 Prozent (2005).

Für den Wahlkreis Hamm – Unna II hatte Werne sogar eine eigene Kandidatin im Spiel: Rebekka Kämpfe (Die Linke) landete bei den Werner Wählern letztlich mit 4,5 Prozent der Stimmen allerdings nur auf Platz 6. Auch kreisweit schnitt die 33-Jährige mit gut 3,5 Prozent eher verhalten ab. Dennoch ist Kämpfe zufrieden.

Neuling Rebekka Kämpfe holt 4,5 Prozent in Werne

Das liegt vor allem daran, dass sie erst seit eineinhalb Jahren wirklich in der Politik ist. „Da sind viereinhalb Prozent schon erfreulich. Ich scheine also nicht alles falsch gemacht zu haben“, sagt Kämpfe mit einem Schmunzeln. Sie wolle jetzt auf jeden Fall am Ball bleiben. Das müsse ihre Partei auch auf Bundesebene tun.

Denn das Ergebnis der Linken ist auch für Kämpfe enttäuschend, die sich schon in der Fehleranalyse übte: „Das ist echt bitter. Wir haben unser Wahlprogramm viel zu spät beschlossen. Wir dürfen die Fehler als Partei auch nicht bei anderen suchen. Kämpfe selbst will natürlich dennoch weiter für die Linke am Ball bleiben.

SPD zieht an der CDU vorbei – Thews schlägt Hilwig

Und wie sieht es auf Seiten der „Großen“ aus? Bei den vergangenen sechs Bundestagswahlen hatte die CDU in Werne stets zwischen 38 und 45 Prozent der Stimmen erhalten. Mit diesen stabilen Werten schaffte es die Union, bei den jüngsten drei Wahlen vor der SPD ins Ziel – teils sogar mit deutlichem Abstand. Analog dazu war für SPD-Kandidat Michael Thews im Duell mit seiner CDU-Kontrahentin Sylvia Jörrißen kein Land in Sicht.

2021 ist die Lage ganz anders: Thews stand in der Gunst der Werner Wähler diesmal höher als sein Pendant in den Reihen der CDU: Arnd Hilwig holte lediglich 31,5 Prozent, Thews hingegen 35,2 Prozent der Stimmen. Damit liegt in Werne zum ersten Mal seit 2005 bei einer Bundestagswahl wieder ein SPD-Kandidat vor einem CDU-Kandidaten.

Und auch bei den Zweitstimmen ziehen die Sozialdemokraten mit 30,9 Prozent an der Union (29,4) vorbei. Die schnitt in Werne 2021 somit alles andere als rekordverdächtig ab. Den dritten Platz sicherten sich in Werne die Grünen. Bei den Zweitstimmen kamen sie auf 14 Prozent. Ihr Direktkandidat Martin Kesztyüs holte 12,3 Prozent.

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Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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Felix Püschner

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