Werne ohne Sim-Jü: In der Stadt herrscht gähnende Leere statt Kirmes-Trubel

mlzAbsage in der Corona-Krise

Die Mini-Sim-Jü würde am Donnerstag (22. Oktober) starten. Die eigentliche Sim-Jü sollte am Samstag beginnen. Doch aufgrund der Corona-Krise verwandelt sich Werne dieses Mal nicht in eine Kirmes.

Werne

, 22.10.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Normalerweise herrscht Ende Oktober in Werne immer reges Treiben. In den Tagen vor der Sim-Jü-Kirmes, die traditionell rund um den Tag der Apostel Simon und Judas am 28. Oktober stattfindet, verwandelt sich die Stadt Stück für Stück in eine Kirmes-Landschaft. Normalerweise.

In diesem Jahr fällt die Traditionsveranstaltung in der mehr als 650-jährigen Geschichte zum ersten Mal aus. Nachdem Sim-Jü in gewohnter Weise und Größe bereits Ende September abgesagt wurde, wurde das Aus für die Mini-Sim-Jü, die am Donnerstag (21. Oktober) nur auf dem Parkplatz am Hagen steigen sollte, vor knapp zwei Wochen endgültig besiegelt. Aufgrund der aktuellen Entwicklung in der Corona-Krise und der damit verbundenen Einordnung des Kreises Unna als Risikogebiet war die Entscheidung der Verantwortlichen der Stadt Werne alternativlos.

Damit steht fest: Die Werner und die vielen Besucher von außerhalb, die vielen Kirmes-Fans, müssen in diesem Jahr auch ohne die beliebte Sim-Jü-Kirmes auskommen.

In Werne bleibt es zur Sim-Jü-Zeit plötzlich ganz ruhig

So bleibt es Ende Oktober plötzlich ganz ruhig in der Lippestadt. Eigentlich hätte es schon seit einigen Tagen die ersten Anzeichen der Sim-Jü-Kirmes gegeben. Die ersten Schausteller hätten schon seit Tagen ihre Zelte in Werne aufgeschlagen. Einige Fahrgeschäfte wären zu diesem Zeitpunkt schon aufgebaut. Und in den kommenden Tagen wäre es mit den weiteren Schaustellern, die ihre Stände und Buden aufgebaut hätten, typisch trubelig in der Innenstadt geworden.

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Werne ohne Sim-Jü: Gähnende Leere statt Kirmes-Flair

Stille Stadt statt Sim-Jü-Klang: Fünf Tage bevor die traditionelle Kirmes in Werne beginnt, sind die ersten Schausteller eigentlich schon längst vor Ort. In dieser Zeit verwandelt sich die Innenstadt in eine Kirmes. Doch neben der eigentlichen Sim-Jü-Kirmes wurde auch die Mini-Sim-Jü, die am 22. Oktober beginnen sollte, abgesagt.
21.10.2020
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Eigentlich würde sich Werne Stück für Stück in eine Kirmes-Landschaft verwandeln. Doch statt Sim-Jü-Trubel herrscht normaler, sehr ruhiger Alltag in Werne. Wir ziehen den Vergleich:
Die größeren, aufwändigen Fahrgeschäfte werden vor dem Kirmes-Start aufgebaut. Normalerweise. In diesem Jahr ist es anders. 2019 baute die Schaustellerfamilie Krameyer ihr Fahrgeschäft Big Monster auf dem Marktplatz auf.
© Andrea Wellerdiek
Heute: Es ist ebenfalls ein Fahrzeug auf dem Marktplatz zu sehen. Allerdings errichten die Arbeiter in diesem Fall kein Riesenrad, sondern ein Fassadengerüst. Ab und zu schlendert auch mal ein Passant über den Platz.© Felix Püschner
Auf dem Parkplatz am Hagen wird das Riesenrad „Roue Parisienne“, das sich in jedem Jahr in Werne dreht, aufgebaut. Stück für Stück wird es aufgerichtet, später die Gondeln angebracht, ehe die Besucher einsteigen können und das bunte Kirmes-Treiben von oben erleben können.
© Andrea Wellerdiek
Heute: Statt Riesenrad, weiterer und neuer Fahrgeschäfte sind hier nur Autos zu sehen. Statt des Dufts von Mandeln und Bratwurst sind hier maximal die Abgase der Pkw zu riechen.© Felix Püschner
Am Kreisverkehr am Hagen sind die Mitarbeiter Tage vor dem Kirmes-Start damit beschäftigt, das Kettenkarussell der Familie Wendler aufzubauen. Traditionell dreht sich genau an dieser Stelle immer wieder das Fahrgeschäft, das zu den Klassikern von Jahrmärkten und vor allem zu Sim-Jü in Werne gehört.
© Andrea Wellerdiek
Heute: Statt strahlender Kinderaugen im Karussell sind eher Autofahrer zu sehen, die den Kreisel durchfahren.© Kirsten Voß
Mit dem Hissen der Freifahne auf dem Werner Marktplatz wird Sim-Jü traditionell am Samstagmittag eröffnet. Bürgermeister Lothar Christ verteilt danach Lebkuchen-Herzen - sehr zur Freude der vielen Kinder und Jugendlichen, die gleich zum Kirmes-Start in der Innenstadt sind.
© Jörg Heckenkamp
Heute: Statt Kirmes-Trubel nur Alltags-Atmosphäre. Einige Bürger gehen über die Steinstraße, um Einkäufe zu erledigen.© Felix Püschner
Vor allem der Kirmes-Sonntag gehört den Familien. Dann strömen viele Werner und Besucher aus nah und fern in die Innenstadt. Das gilt auch für den Kram- und Viehmarkt am Dienstag, der den Abschluss jeder Sim-Jü-Kirmes bildet.© Jörg Heckenkamp
Heute: Statt bunter Buden der Schausteller sind nur Werbe-Aufsteller der Einzelhändler zu sehen.© Felix Püschner
Schlagworte Sim-Jü

Im Ordnungsamt der Stadt Werne hätten sich der Marktleiter von Sim-Jü und die Kollegen vor allem mit der Vorbereitung der Kirmes beschäftigt. „Normalerweise würden wir uns jetzt im vollen Umfang um Sim-Jü kümmern. Wir haben uns schon gefragt, welchen Stand wir heute hätten. Eigentlich würde jetzt das Riesenrad schon stehen“, sagt Kordula Mertens, Leiterin des Ordnungsamtes der Stadt Werne.

Keine drehenden Karussells, nur parkende Autos

Und für die Mini-Sim-Jü wäre bereits alles angerichtet für die Eröffnung. Der kleine Jahrmarkt war eigentlich vom 22. bis 27. Oktober geplant. Statt drehender Karussells auf dem Parkplatz am Hagen stehen heute dort nur Autos.

„Wir sind schon traurig und bedauern es sehr, dass es in diesem Jahr keine Kirmes in Werne gibt“, sagt Mertens. Statt Fragen der Schausteller rund um die Kirmes zu beantworten, kümmern sich die Mitarbeiter des Ordnungsamtes in diesen Tagen und schon seit Monaten vor allem um ein Thema: die Corona-Krise.

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Bereits die Mai-Kirmes fiel der Corona-Pandemie zum Opfer. An den Planungen des wichtigsten Events in Werne, der Sim-Jü-Kirmes, hielten die Verantwortlichen lange fest, ehe sie keine andere Möglichkeit mehr sahen, aufgrund der steigenden Infektionszahlen auch die Traditionsveranstaltung in diesem Jahr abzusagen.

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