Werne statt Kap Verde: Band Faela ist begeistert vom Straßenkunstfestival

mlzStraßenkunst in Werne

Die schwedische Band Faela feierte dieses Jahr ihr Debüt beim Straßenkunstfestival in der Freilichtbühne. Die Bandmitglieder loben die Zuschauer und Organisatoren.

Werne

, 31.08.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von Freitag (28.8.) bis Sonntag (30.8.) fand in der Freilichtbühne Werne das Straßenkunstfestival 2020 statt. Normalerweise wäre die Veranstaltung für viele Künstler nur eine von vielen in ihrem vollgepackten Terminkalender gewesen. So auch für die Band Faela. Doch dieses Jahr ist alles anders.

„Normalerweise haben wir circa 50 Auftritte in einem Jahr“, sagt Cristoffer Casanady im Backstage-Bereich hinter der Bühne. Dort entspannen er und die anderen fünf Bandmitglieder der schwedischen Band gerade vor ihrem nächsten Auftritt. Faela gehörte zur Show 3 des Straßenkunstfestivals und begeisterte die Zuschauer mit einer Mischung aus Latin, Jazz und Rock.

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„Das Festival ist das beste Beispiel, wie eine Veranstaltung auch während Corona stattfinden kann“, sagt Casanady. Der Schwede mit spanischen Wurzeln spielt seit fünf Jahren den Bass bei Faela. „Hier gibt es einen guten Plan für den Umgang mit dem Publikum. In Schweden würde das nicht funktionieren.“

Normalerweise würde ihre Tour im Juni/Juli starten und bis in den September gehen. Dieses Jahr sind es nur zehn. Auch ein Auftritt auf Kap Verde musste kurzfristig abgesagt werden. In der Woche davor trat Faela in Tschechien, Österreich und Leipzig auf.

Um die 100 Besucher waren bei Faelas letztem Auftritt beim Straßenkunstfestival 2020 in der Freilichtbühne.

Um die 100 Besucher waren bei Faelas letztem Auftritt beim Straßenkunstfestival 2020 in der Freilichtbühne. © Tobias Larisch

Und wie kam der Kontakt nach Werne? „Wir haben Tobias Hundertpfund vergangenes Jahr bei einem Auftritt in Linz getroffen“, sagt Casanady. Darüber sei der Kontakt zum Straßenkunstfestival gekommen. Hundertpfund arbeitet bei der Agentur Zeitenwanderer, die die Veranstaltung in Werne organisiert.

Trotz der hohen Auflagen und begrenzten Zuschauerzahl ist die Band begeistert vom Publikum. „Es ist eine nette Atmosphäre. Wir freuen uns, dass wir vor so vielen Leuten spielen dürfen“, sagt der 35-Jährige. In Schweden, die meisten Bandmitglieder leben im Süden, seien nur 50 Besucher erlaubt. In der Freilichtbühne waren bei ihrem ersten Auftritt am Freitagabend 330 Personen da.

Viele Musiker mussten mit der Musik aufhören

Generell sei in ihrer Heimat die Situation für Künstler besonders schwierig. Die könnten sich zwar für eine finanzielle Hilfe bewerben, aber das Prozedere sei sehr kompliziert. Casanady arbeitet nebenbei noch als Lehrer.

Anders sieht das bei seinem Bandkollegen Rasmus Yevsyk aus. Der Saxofonist, der seit einem Jahr dabei ist, verdient sein Geld nur mit der Musik. „Viele Freunde haben schon aufgehört und machen jetzt was anderes. Ich habe zwar finanzielle Probleme, aber es geht noch.“

Die beiden Bandmitglieder Rasmus Yevsyk (l.) und Cristoffer Casanady im Backstagebereich der Freilichtbühne.

Die beiden Bandmitglieder Rasmus Yevsyk (l.) und Cristoffer Casanady im Backstagebereich der Freilichtbühne. © Tobias Larisch

Dass der 35-Jährige auf Tour sei, habe aus Angst vor einer Übertragung des Coronavirus fast zur Suspendierung seiner Frau durch den Arbeitgeber geführt. Doch am Wochenende war Faela in Werne – und es könnte nicht das letzte Mal gewesen sein.

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