Werne zieht Stromfressern den Stecker raus

WERNE Die gängige Glühbirne ist ein Energieschmarotzer - teuer und verschwenderisch. Die Stadt Werne hat dies begriffen und kurzum Glühbirnen gegen Energiesparlampen getauscht. Damit schont sie nicht nur die Umwelt sondern auch den Geldbeutel - und zeigt der EU, wo es langgeht.

von Von Rudi Zicke

, 22.07.2008, 18:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hochbauabteilungsleiter Wendelin Jücker: "Im ganzen Stadthaus gibt es keine normale Glühbirne mehr."

Hochbauabteilungsleiter Wendelin Jücker: "Im ganzen Stadthaus gibt es keine normale Glühbirne mehr."

"Im ganzen Stadthaus gibt es keine normale Glühbirne mehr - es sei denn, ein Mitarbeiter hätte seine alte Schreibtischlampe von zu Hause mit ins Büro gebracht."

Nicht ohne Stolz berichtet Hochbauabteilungsleiter Wendelin Jücker (Foto), dass die Stadt längst umgesetzt hat, was die Europäische Union für 2009 fordert: die Verbannung herkömmlicher stromfressender Glühbirnen aus dem Alltag.

Doppelte Lichtausbeute

"Wir haben schon vor Jahren in unseren Gebäuden mit der Umrüstung begonnen", so Wendelin Jücker. Zum Beispiel seien die althergebrachten Neon-Röhren gegen moderne Hochleistungsröhren ausgetauscht worden. Da diese bei gleicher Stromaufnahme fast die doppelte Lichtausbeute bieten, konnte die Zahl der Leuchtkörper etwa halbiert werden werden.

Hilfreiche Tricks

Noch besser ist die Energiebilanz in der Kombination von Hochleistungsleuchte und einem modernen elektronischen Vorschaltgerät. "Wir können durch den Austausch etwa zwei Drittel Strom einsparen", rechnet Jücker vor.

Zwar kosten die aktuellen Leuchten in der Anschaffung etwa ein Drittel mehr, "aber das amortisiert sich ganz kurzfristig, denn die neuen Lampen halten auch noch drei- bis viermal länger als die herkömmlichen."

Kostspielige Serienschalter

Manchmal, erklärt Jücker weiter, helfen auch kleine Tricks, Energie zu sparen. So habe man festgestellt, dass Serienschalter, die in einem Rahmen direkt nebeneinander sitzen, `ne Menge Strom kosten.

"Wenn jemand in einen Raum tritt, dann haut er meist mit der ganzen Hand auf den Lichtschalter. Unbewusst werden so beide Teile des Serienschalters betätigt - sämtliche Lampen gehen an, obwohl vielleicht nur die Hälfte notwendig wäre."

Stromfresser ade

Nach dieser Erkenntnis wird nun weitgehend auf Serienschalter verzichtet; statt dessen werden zwei Einzelschalter untereinander installiert. Die Folge: Mit einem "Handschlag" wird jetzt auch nur noch ein Schalter aktiviert, wer mehr Licht benötigt, muss ganz gezielt auch den zweiten drücken.

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