Werner Ärztesprecher will mit Impfaktion noch abwarten

Schweinegrippe

WERNE Gut 125 000 Menschen im Kreis Unna, so die bisher geschätzte Zahl, müssen demnächst je zweimal gegen Schweinegrippe geimpft werden. Während sich die Kreisverwaltung als gewappnet sieht, will man in Werne erstmal abwarten.

von Von Daniel Claeßen

, 06.10.2009, 16:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Kritik, dass Nebenwirkungen für den Menschen nicht absehbar seien, teilt der Ärztesprecher nicht.

Die Kritik, dass Nebenwirkungen für den Menschen nicht absehbar seien, teilt der Ärztesprecher nicht.

"Wie eine Massenimpfung in Werne aussehen soll, kann ich erst sagen, wenn die konkrete Verordnung vorliegt", erklärte Dr. Hans Piepenbrock, Sprecher des Werner Ärztenetzes. "Noch wissen wir hier gar nicht, wer wieviel Impfstoff erhalten soll."

Grundsätzlich sei eine Impfung gegen Schweinegrippe jedoch sinnvoll. "Auch wenn es hier nicht unbedingt eine akute Gefahr für Leib und Leben des Menschen gibt, macht es doch auf lange Sicht gesehen Sinn, den Schutz zu haben", findet Piepenbrock. Eine Gefahr für den Menschen stelle der Impfstoff nicht dar: "Der wurde schließlich bis zum Schluss getestet. Deshalb finden die Impfungen ja auch erst jetzt statt."Länder testen Pandamie-Pläne

Die Kritik, dass Nebenwirkungen für den Menschen nicht absehbar seien, teilt der Ärztesprecher nicht: "Da ist viel missverstanden worden, schließlich ging es da hauptsächlich um den Impfstoff, den Landwirte für ihre Schweine benutzt haben."

Der eigenartige Verlauf der Schweinegrippe-Welle und ihr rasantes Übergreifen auf die Industrieländer hätten laut Dr. Piepenbrock zu den öffentlichen Maßnahmen geführt: "Die Länder nutzen die Gelegenheit, um ihre Pandemie-Pläne zu testen. So kann man überprüfen, was noch zu verbessen ist, da wie gesagt keine akute Gefahr besteht."

Trotz der "Dumping-Preise für Impfleistungen" hätten sich die Werner Ärzte bereit erklärt, die Massenimpfungen durchzuführen.  Während man in der Lippestadt noch abwartet, hat der Kreis Unna bereits konkrete Vorstellungen. Demnach sollen zunächst solche Personengruppen, die im Bereich öffentlicher Ordnung und Sicherheit und im Gesundheitswesen tätig sind, geimpft werden. "Deshalb haben wir auch Feuerwehren, Rettungsdienste, Krankentransportunternehmen, Polizei und Hilfsorganisationen gebeten, ihre Personalstärke mitzuteilen", heißt es seitens des Gesundheitsamtes.

Mut zur Lücke ist nicht anzuraten, warnt das Amt vor. "Betroffene Einrichtungen, die bisher kein Anschreiben bekommen haben, sollten sich umgehend von sich aus bei uns melden", drängt Josef Merfelds, Fachbereichsleiter für Gesundheit und Verbraucherschutz, zur Eile.

Grund zur Panik bestehe allerdings nicht: "Bisher nimmt die Influenza A bei den Erkrankten im Kreis Unna einen milden Verlauf." Kontakt zur Gesundheitsbehörde unter Tel. (02303) 27 13 53.

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