Wir für Werne

Werner Aktionsgemeinschaft zum Industriegebiet: „Kirchturmpolitik hilft nicht weiter“

Die Aktionsgemeinschaft „Wir für Werne“ hat Stellung zum geplanten Industrie- und Gewerbegebiet an der Nordlippestraße bezogen. Bei der Argumentation spielt auch die Pandemie eine wichtige Rolle.
Die Aktionsgemeinschaft „Wir für Werne“ um den Vorsitzenden Michael Zurhorst (Mitte) at sich in einem offenen Brief zum geplanten Industrie- und Gewerbegebiet an der Nordlippestraße geäußert. © Jörg Heckenkamp

Mit Blick auf das geplante Industrie- und Gewerbegebiet nördlich der Nordlippestraße hat sich die Aktionsgemeinschaft „Wir für Werne“ in einem offenen Brief an Bürgermeister Lothar Christ und die Werner Ratsmitglieder gewandt. Darin heißt es, der Vorstand der Aktionsgemeinschaft begrüße die Entscheidung, „die Entwicklung eines Industriegebietes nördlich des Autobahnzubringers zu prüfen“.

Mit den bisher dazu gefassten Beschlüssen zur Verfahrenseinleitung solle ermittelt werden, ob eine derartige Gebietsausweisung an dieser Stelle möglich ist. Nicht jedes Bauleitplanverfahren führe am Ende auch zu einer entsprechenden Satzung „Bebauungsplan“: „Aber es wäre fahrlässig, dieses Verfahren nicht zu führen“.

Wir für Werne: Mehr Platz für Firmen, um autarker zu werden

Die Bundesrepublik sowie ihre Städte und Gemeinden bräuchten solche Flächen, „um insbesondere in Krisensituationen autarker zu werden“. Dies habe nicht zuletzt die Corona-Pandemie gezeigt, in der man nicht zeitnah Masken, Beatmungsgeräte, medizinische Grundstoffe für Impfmittel und Co. habe herstellen können. Stattdessen sei man – wie auch in anderen Bereichen – von Lieferketten aus China und anderen Staaten abhängig, die in Krisensituationen nicht einmal eine Grundversorgung sicherstellen können. Um diesem Umstand entgegenzuwirken, müsse man die Produktion in Deutschland stärken – und dementsprechend Flächen zu Verfügung stellen, auf denen sich Firmen ansiedeln können.

Weiter heißt es in dem Schreiben: „Kirchturmpolitik („aber nicht bei uns…“) hilft nicht weiter und daher werden im überregionalen Bedarf solche potentiellen Flächen ausgewiesen. Wir haben zumindest die Pflicht, die Eignung für Industrie und Gewerbe ernsthaft zu prüfen. Die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens ist das dafür vorgeschriebene und probate Instrument.“ Zumal die Anforderungen an einen derartigen Bebauungsplan heute viel höher seien, als noch vor einigen Jahren – sowohl hinsichtlich ökologischer Aspekte als auch etwa bezüglich der Arbeitsplatzdichte anzusiedelnder Firmen.

Mit Blick auf die Fläche nördlich der Nordlippestraße betont die Aktionsgemeinschaft, dass es sich dabei keineswegs um ein „ökologisches Kleinod, sondern intensiv bewirtschaftete Ackerfläche mit allen damit verbundenen Nachteilen“ handelt. Trotzdem bedeute „ein Industriegebiet Versiegelung und Verbrauch von freien Flächen, der eingedämmt werden muss“. Genau dies sei Aufgabe des Regionalplanes, der diese Fläche „als Potential vorgibt, aber gleichzeitig landesweit solche Flächen stark kontingentiert“.

Insofern müsse das Bebauungsplanverfahren der Stadt „sämtliche Fragen sorgsam und mit einem erweiterten Fokus in Richtung Klimaschutz abwägen. Aber diese Abwägung sollte unbedingt weitergeführt werden“.

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