Nicht zu Hause nachmachen: Lehrer Martin Hersping gibt eine Online-Weihnachtsvorlesung im Fach Chemie. © Screenshot: Christophorus Gymnasium
Chemische Experimente

Werner Chemielehrer gibt feurige Online-Weihnachtsvorlesung

Seit dem harten Corona-Lockdown ist die Präsenzpflicht an Schulen ausgesetzt. Wie man trotzdem eine gelungene Weihnachtsvorlesung im Fach Chemie gibt, zeigt ein Lehrer des Gymnasiums St. Christophorus.

Seit dem 16. Dezember befinden sich viele Schulen wieder im Distanzunterricht, die Anwesenheitspflicht wurde aufgehoben. Ein Lehrer des Gymnasiums St. Christophorus hat sich die Möglichkeit trotzdem nicht nehmen lassen, seinen Schülern eine Weihnachtsvorlesung zu geben – und zwar auf Video aufgezeichnet und online verfügbar.

Der Chemielehrer Martin Hersping führt in dem Video sechs Experimente durch, bei denen es zischt, brennt und leuchtet. So zeigt Hersping unter anderem, wie silberne Christbaumkugeln hergestellt werden, wie der Schnee durch Benzoesäure in die klassischen Schneekugeln kommt oder wie man mit Säureindikatoren bunte Weihnachtssterne erschafft. Sogar Gummibärchen verbrennt er skrupellos. Schließlich habe jeder eine Farbe, die man nicht so gerne esse wie die anderen. Auch hat er Tipps, wie man auf sich aufmerksam machen kann, wenn man auf einem Forschungseisbrecher in der Arktis festsitzt.

So kommt Silber in die Christbaumkugeln

Silbernitratlösung, eine Ammoniaklösung, eine Kaliumhydroxid-Lösung und Glukose werden in einen Glasbehälter gefüllt: Im Falle der Weihnachtsvorlesung in ein klassisches Reagenzglas. Kurz verrühren und ab geht es für die Reagenzgläser in ein warmes Wasserbad. Jetzt ist erst einmal Warten angesagt. Nach kurzer Zeit lässt sich schon eine dunkle Färbung in den Reagenzgläsern erkennen. Nach weiteren fünf Minuten etwa hat sich an der Außenseite des Reagenzglases eine silbrige Schicht gebildet. „Das ist genau die Art und Weise wie traditionelle Christbaumkugeln hergestellt werden. Ich gebe all die Stoffe in eine Glaskugel, lasse sie rotieren und schon bildet sich ein Silberglanz auf der Innenseite“, erklärt Chemielehrer Hersping.

So kommt der Schnee in die Schneekugel

Dafür braucht man Benzoesäure. Der farblose kristalline Stoff löst sich bei hohen Temperaturn gut im Wasser. Hersping hat die Säure in seinem Kolben auf etwa 80 Grad erhitzt. Dann stellt er den Kolben in ein Gefäß mit kaltem Wasser. Jetzt heißt es hier auch erstmal warten. Rund fünf Minuten später ist der Schnee im Kolben. Denn: Bei drei Grad liegt die Löslichkeit von Benzoesäure bei etwa 3,4g pro Liter, bei 100 Grad schon über 50 Gramm pro Liter. „Benzoesäure ist der Stoff, der früher in alten Schneekugeln, die man kaufen konnte, enthalten war“, sagt Hersping.

Fast 200-jährige Tradition

In den Naturwissenschaften ist es üblich, am Ende des Jahres in den Weihnachtsvorlesungen spektakuläre und anschauliche Experimente zu zeigen, die sich an ein breites Publikum richten. Die Tradition geht zurück auf den englischen Naturforscher Michael Faraday zurück, der den Faradayschen Käfig erfunden hat.

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