Werner Fußballer sehen Fusionspläne skeptisch

Zielonkas Sommerinterview

Eigentlich gut - aber... So die Reaktion der drei Fußballchefs aus Werne auf den Vorschlag von Jürgen Zielonka, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, ein zentrales Fußballteam in Werne zu installieren. Im Interview sagte Zielonka, dass dies dem Fußball in der Lippestadt gut tun würde. Die Fußballer haben ihre Einwände.

WERNE

29.07.2015, 17:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wernes Stadtsportverbands-Vorsitzender Jürgen Zielonka hatte im Sommerinterview angeregt, dass sich die lokalen Fußballklubs zusammenschließen sollten, um erfolgreicher zu sein.

Wernes Stadtsportverbands-Vorsitzender Jürgen Zielonka hatte im Sommerinterview angeregt, dass sich die lokalen Fußballklubs zusammenschließen sollten, um erfolgreicher zu sein.

"Der Grundgedanke ist richtig", sagt Harald Wohlfarth, Vorsitzender von Eintracht Werne. "Aber die Vereinsstrukturen sind in Werne dafür noch nicht soweit." Irgendwann meint Wohlfarth, könne es zu so einer großen Fusion kommen. "Da müssen wir uns aber über die Zeitachse unterhalten. Das wird wahrscheinlich erst die nächste Generation regeln".

Und was würde so ein Zusammenschluss überhaupt bringen? Aus Sicht von Jürgen Zielonka könne man neben dem angestrebten sportlichen Erfolg dann sogar einen Fußballplatz verkaufen und aus dem generierten Erlös eine Mehrzweckhalle bauen.

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Doch ob das so einfach funktioniert, da ist WSC-Fußballchef Thomas Overmann skeptisch. Vor 15 Jahren hat er eine Fusion mit eingeleitet. Damals zwischen den Sportfreunden und dem SSV. Mehr Manpower sei dadurch nicht entstanden. "Eine Fusion bedeutet nicht automatisch, dass plötzlich auch mehr Mitarbeiter da sind", sagt er. Weiterhin wirft er ein, dass Schwierigkeiten allein durch die neu geschaffene Ausgangslage in der Werner Fußball-Landschaft auftreten. Mit den unterschiedlichen Fußballkreisen sei die Planung solch einer Fusion kompliziert.

Auch Josef Holtrup, Fußballchef beim SV Stockum, könne sich zum heutigen Zeitpunkt eine Fusion nur schwer vorstellen. "Über Spielgemeinschaften in einzelnen Jahrgängen könnte man sprechen. Und wenn das gewachsen ist, dann kann man über eine Fusion nachdenken", so Holtrup.

Viele Fragen

Ein Zusammenschluss würde viel Arbeit bedeuten. Ein ganzer Ratenschwanz hänge daran, so die drei Fußballchefs. Holtrup zählt auf: "Was ist mit den Sponsoren, ziehen die mit, was passiert mit den Vereinsheimen und wer übernimmt welches Amt?"

Harald Wohlfarth bringt am Ende noch einen Punkt auf den Tisch: Emotionen. "Der Fußball lebt davon. Und die sind auch an Traditionen geknüpft. Die Menschen haben sich an das Vereinsleben in ihrem Klub gewöhnt." Er schlägt vor, zu gegebener Zeit unter allen Mitgliedern der drei Fußballabteilungen eine Umfrage zu starten, was sie von einer Fusion halten würden. "Das finde ich gut", sagt Overmann.

Im Vorfeld, und da sind sich die drei Verantwortlichen wieder einig, müssten viele Gespräche geführt werden. Die Klubs untereinander und dann auch mit dem Stadtsportverband. "Vielleicht ist der Denkanstoß von Jürgen Zielonka ja dafür gut, dass wir uns wieder öfter zusammensetzen und das ein konstruktiver Austausch stattfindet", meint Overmann.

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