Gastgewerbe in Werne befürchtet Schließung über November hinaus

mlzTourismus

Im November dürfen Hotels, Gaststätten und Ferienhöfe keine touristischen Gäste aufnehmen. Erlaubt sind nur noch Arbeitsreisende. Für die Zukunft werden weitere Schließungen befürchtet.

Werne

, 05.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Zuge der Corona-Pandemie dürfen Hotels und Pensionen im November keine Touristen mehr aufnehmen. Das hatten Bund und Länder am Mittwoch, 28. Oktober, beschlossen. Außerdem appelliert die Bundesregierung an die Bürger, jede nicht notwendige private Reise zu unterlassen.

Geschäftsreisende und Arbeiter wie Monteure dürfen noch beherbergt werden. Diese Regeln gelten natürlich auch in Werne. Wir haben im Gastgewerbe nachgefragt, wie die aktuelle Situation ist.

Firmen stornieren komplett

Horst Nußbaum führt seit 2017 das Stadthotel im Kolpinghaus in Werne. „Eigentlich haben wir viele Monteure als Gäste. Die stornieren reihenweise. Die Monteure dürfen nicht mehr in großen Gruppen arbeiten, nur noch vier Leute kommen in einem Fahrzeug“, sagt er zur aktuellen Situation im Stadthotel im Kolpinghaus.

Viele Firmen würden ihre Buchungen sogar komplett stornieren. Weihnachtsfeiern gebe es dieses Jahr auch nicht. Die Kegelbahn ist ebenso geschlossen wie der Biergarten.

„Die neuen Corona-Hilfen könnten wir theoretisch in Anspruch nehmen. Laut Aussage meines Steuerberaters gibt es aber noch keine Möglichkeiten, diese zu beantragen. Die normalen Überbrückungshilfen gibt es auch noch“, sagt Nußbaum. Der Steuerberater müsse prüfen, welche Hilfen am besten passen. Das koste ebenfalls Geld, der Steuerberater werde ja bezahlt.

Arbeiten werden vorgezogen

Die Zwangsschließung nutzt Nußbaum, um Renovierungen und Aufräumarbeiten vorzuziehen. Der Biergarten werde normalerweise eher im April auf Vordermann gebracht, das ziehe man jetzt vor. Die Kegelbahn werde außerdem renoviert. Hier kümmere man sich vor allem um das Aussehen. Die Kegelbahn hätte nämlich noch einen 70er-Jahre-Charme, von dem man sich lösen möchte.

Der Kolping-Biergarten ist geschlossen, Aufräumarbeiten an der Parkanlage werden vorgezogen.

Der Kolping-Biergarten ist geschlossen, Aufräumarbeiten an der Parkanlage werden vorgezogen. © Felix Püschner (A)

Einen Außer-Haus-Verkauf biete das Stadthotel im Kolpinghaus nicht an. Unter dem Strich lohne es sich einfach nicht. Die Kosten für Koch und Küche seien zu hoch. „Ich müsste jeden Tag draufzahlen“, rechnet Horst Nußbaum vor.

„Problematisch sind auch die Lagerbestände. Von den Waren läuft eine Menge ab, zum Beispiel Getränke, insbesondere Bier. Wenn Sie Bierleitungen mit Fässern haben, können Sie die Fässer abklemmen und zum Leergut bringen. Das hält sich nicht“, erklärt Nußbaum.

Wenig Sorgen beim Ferienhof Dahlkamp

„Die Touristen dürfen nicht kommen. Da können wir leider nichts dran ändern“ , sagt Inhaber Andreas Dahlkamp vom gleichnamigen Ferienhof, „die Monteure sind trotzdem da, die Baustellen müssen ja weiterlaufen“.

Die Einnahmen durch die Monteure können den Ausfall durch die Touristen aber nicht kompensieren, erklärt Dahlkamp. Dennoch mache er sich keine Sorgen: „Wir müssen keine Miete zahlen, wie zum Beispiel Gastronomen. Eigentümer sind auf der sicheren Seite.“

Eine Reihe von Absagen von Touristen habe Dahlkamp vor allem am Freitag vor den Herbstferien bekommen, als verschiedene Bundesländer Beherbergungsverbote von Menschen aus Risikogebieten einführten.

Düstere Prognosen

In einem sind sich Horst Nußbaum und Andreas Dahlkamp einig. Beide befürchten, dass die Schließungen noch über den November hinausgehen. „Der Dezember ist noch ungewiss. Ich gehe schon fast davon aus, dass auch der Monat flach fällt“, sagt Dahlkamp.

Horst Nußbaum befürchtet das Gleiche: „Ich bin optimistisch, aber auch realistisch. Ich bin der Überzeugung es geht nicht am ersten Dezember weiter. Was nützt es jetzt vier Wochen einen Lockdown zu machen und im Dezember treffen sich dann Enkel mit Großeltern quer durch die Bundesrepublik“. Seine Vermutung ist, dass der Lockdown noch bis zum Januar weitergehen könnte.

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