Im Krankenhaus St. Christophorus in Werne werden derzeit zwischen 6 bis 8 Corona-Intensivpatienten im Wochenschnitt betreut. © (A) Sylvia vom Hofe
Coronavirus in Werne

Werner Krankenhaus zu Coronasituation: „Im Moment werden wir stark angefragt“

Im St.-Christophorus-Krankenhaus in Werne werden derzeit 6 bis 8 Corona-Intensivpatienten betreut, 14 Intensivbetten für Coviderkrankte stehen zur Verfügung. Die Nachfrage sei stark, heißt es.

Derzeit hat das Werner St.-Christophorus-Krankenhaus im Wochenschnitt 6 bis 8 Corona-Intensivpatienten, die es betreut. Das teilte der Standortleiter Ludger Risse am Donnerstag (26. November) auf Nachfrage mit. „Im Moment werden wir stark angefragt.“ Von den 6 bis 8 würden durchschnittlich 2 bis 3 invasiv beatmet, weitere 2 von den 6 bis 8 werden im Schnitt mit Maske beatmet. Während die Invasivbeatmung ohne die Gefahr austretender Aerosole durchgeführt werden könne, sehe das bei der Maskenbeatmung anders aus, so Risse. „Die Maskenbeatmung ist viel aufwendiger, da muss man viel genauer gucken auf die Gefahr von Aerosolen, die austreten können.“

Maximal 14 Intensivbetten mit Beatmungsgerät kann das Werner Krankenhaus für Covid-Patienten isoliert vom Rest des Krankenhauses zur Verfügung stellen. 15, wenn man den angrenzenden Aufnahmeraum der Intensivstation mitbelegen würde. Dann stünden noch 4 weitere Betten samt Beatmungsgeräten für Nicht-Covid-Patienten zur Verfügung. „Bis zur obersten Kante könnten wir 15 Coronapatienten versorgen. Dann würden wir an Grenzen kommen, ab denen wir dann möglichst nicht mehr operieren. Dann müssten wir alle Mitarbeiter zusammenziehen. Die Pläne sind in den Schubladen. Zum Glück brauchen wir das noch nicht.“

27 Intensivpflegekräfte und 30 extra geschulte Mitarbeiter

Das St.-Christophorus-Krankenhaus verfügt über 27 Mitarbeiter im Intensivfachpersonalbereich, seit längerer Zeit werden außerdem Mitarbeiter etwa aus der Inneren Funktionsdiagnostik oder der Endoskopie des Hauses kontinuierlich geschult, um dem Fachpersonal bei der Patientenbetreuung im Zweifel den Rücken frei halten zu können, wenn die sich um die Beatmungssteuerung eines Patienten oder invasive Maßnahmen kümmern müssen.

Rund 30 Mitarbeiter fasst dieser Ergänzungspool. Möglich ist das unter anderem, weil derzeit verschiedene Bereiche im Krankenhaus geschlossen wurden. Die Wirbelsäulenchirurgie etwa auf der zweiten Etage, die nun an die Unfallchirurgie auf der ersten Etage angegliedert ist gemeinsam mit der Orthopädie. Auch die Tagesklinik und die Ambulanzen wurden geschlossen. „Das Ziel ist, dass wir möglichst wenig Menschen im Haus haben. Den Kontakt zu anderen wollen wir vermeiden“, so Risse. „Ich hoffe, dass wir die Kapazitäten nicht voll ausschöpfen müssen. Aber wenn es so wäre, wären wir dazu in der Lage.“

Noch immer sei man im Werner Krankenhaus der Coronasituation im Kreis voraus, so Risse. „Wir hoffen aber, dass wir möglichst keine weitere Stufe der Eskalation brauchen.“ Denn das bedeute einen Katastrophendienstplan mit Krankenhausbetrieb rund um die Uhr. Dieser Fall könne bei 2 Corona-Intensivpatienten eintreten oder bei 8 – je nachdem, wie intensiv die Patienten betreut werden müssten, so Risse. Exemplarisch dafür etwa seien Patienten, die sich an der Schwelle zur maschinellen Beatmung befänden.

Von 300 Mitarbeitern wurden 3 positiv auf Corona getestet

Ludger Risses Wunsch: „Dass die Bevölkerung die Schutzmaßnahmen auch ernst nimmt. Je weniger sich durch Unachtsamkeit infizieren, desto mehr entlastet das unsere Krankenhäuser. Im Großen und Ganzen muss ich aber sagen, dass die Bevölkerung was die Besuchsregeln angeht da sehr diszipliniert und verständnisvoll ist“, so Risse. Aus anderen Orten wisse er, dass es dort anders aussehe und Empfangsmitarbeitern Stress durch Besucher gemacht würde.

Gleichzeitig bitte er um Verständnis, dass verschiebbare Operationen derzeit nicht stattfinden könnten. Der Verzicht auf verschiebbare Operationen war auch nötig geworden, weil sich einige Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert hatten. Daraufhin hatte das Krankenhaus rund 300 Mitarbeiter abgestrichen. Das Ergebnis: 3 Mitarbeiter, also 1 Prozent der Belegschaft, wurde positiv getestet und in Quarantäne geschickt. Eine Erklärung für Risse: Seit 14 Tagen sind FFP2-Masken für die Mitarbeiter verpflichtend. Die filtern sowohl die Keime des Trägers als auch des Gegenübers. Gleichzeitig wisse das Krankenhaus aber, dass dieses eine Prozent nur eine Momentaufnahme sei.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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