Werner Solewasser bewirkte schon früher Wunder

Historische Fotostrecke

Im April ist erstmal Schluss mit dem heilsamen Bad im salzhaltigen Wasser im Werner Natursolebad. Dann fällt der Startschuss für den rund 14 Millionen Euro teuren Neubau, der 2017 fertig sein soll. Die Sauna ist bereits dienstags bis donnerstags geschlossen. Eine Gelegenheit, statt eines Ausflugs in die heiße Luft einen in die Vergangenheit zu machen.

WERNE

, 10.02.2015, 17:35 Uhr / Lesedauer: 1 min

Geeigneter Ausgangspunkt dafür ist das Stadtmuseum am Kirchhof. Genauer gesagt: das Obergeschoss des Museums. Dort liegt in einer Glasvitrine Dr. Franz Höveners handschriftlich verfasste Schrift "Das Thermalbad Werne" – inklusive des an ein Wunder grenzenden Heilungsberichts einer Werner Rheuma-Patientin.

Denn das Werner Solewasser hat schon damals wahre Wunder bewirkt. Das verblüfft sogar den Mediziner: "Wer die Frau leichtfüßig einherschreiten sah, konnte nicht denken, wie lahm und elend dieselbe noch vor wenigen Wochen war", schreibt Dr. Franz Hövener 1875 – genau 140 Jahre, bevor sich die Stadt Werne anschickt, ihr Natursolebad in ein modernes Familienbad umzubauen.

Sole statt Kohle

Ein Jahr bevor der damals 45-jährige Arzt zu Papier und Tinte griff, war die Bergbaugesellschaft Freiherr vom Stein bei Kohlebohrungen erstmals nördlich der Lippe auf einen ganz besonderen Bodenschatz gestoßen: nicht die erhoffte Kohle, sondern Sole – in etwa 500 Metern Tiefe.

"Die Arbeiter fanden sehr bald, dass das Wasser eine auffallend hohe Temperatur und sehr salzigen Geschmack hatte", so Hövener. Die Versuche hätten einen Gehalt von sechs bis sieben Prozent Salz und eine Temperatur von etwa 30 Grad Celsius ergeben. Nicht nur Rheumakranken tat das gut, sondern, wie Hövener erkennt, auch an torpider Skrophulose – einer Drüsenerkrankung – leidenden Kindern.

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Die Tradition des Badens in Werne

Im April ist erstmal Schluss mit dem heilsamen Bad im salzhaltigen Wasser. Dann fällt der Startschuss für den rund 14 Millionen Euro teuren Neubau, der 2017 fertig sein soll. Die Sauna ist bereits dienstags bis donnerstags geschlossen. Eine Gelegenheit, statt eines Ausflugs in die heiße Luft einen in die Vergangenheit zu machen. Denn Baden hatte schon immer Tradition in Werne. Aus diesem Grund haben wir in einer Fotostrecke einige Bilder für Sie zusammengestellt.
19.01.2015
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Dieses Foto zeigt das alte Kurbad. Heute stehen dort Wohnhäuser.© Foto: Sylvia vom Hofe
Dr. Franz Hövener hat sein Manuskript unterzeichnet.© Foto: Sylvia vom Hofe
"Das Thermalbad Werne" heißt die Schrift von Dr. Franz Höcener. Der Mediziner hatte sie vor 100 Jahren veröffentlicht.© Foto: Sylvia vom Hofe
Die handschriftliche Fassung des Buches von Dr. Hövener liegt im Stadtmuseum.© Foto: Sylvia vom Hofe
Im Museum ist eine ganze Ausstellung dem Thermalbad von einst, dem Ursprung des Werner Solebades, gewidmet.© Archivfoto: Helga Felgenträger
Als das Solebad noch keine Konkurrenz war, gingen die Werner in der Lippe baden.© Foto: Stadtarchiv
Um 1935 standen die Schwimmschüler Schlange.© Archivfoto: Karl Everz
Bademeister Karl Wagner bei der Arbeit.© Archivfoto: Karl Everz
Die Sole war schon immer ein Besuchermagnet.© Archivfoto: Karl Everz
Um 1940 entstand diese Aufnahme. Sie zeigt alle vier Becken: das Sole Schwimmer-Becken (zehn mal 50 Meter), das Sole-Nichtschwimmer-Becken (15 mal 18 Meter), das Schwimmer-Becken mit Leitungswasser (14 mal 50 Meter) und das Planschbecken von 15 mal 18 Metern.© Archivfoto: Karl Everz
Mit diesem Prospekt hat die Stadt in den 50er Jahren für den Besuch im Solebad geworben.© Archivfoto: Sylvia Lüttich-Gür
Eine Ansichtskarte lässt aus dem Solebad grüßen.© Archivfoto: Helga Felgenträger
Das Solebad war Namensgeber eines Hotels.© Archivfoto: Helga Felgenträger
Nach ihrem Solebad hat die Stadt Werne eine Straße benannt.© Archivfoto: Helga Felgenträger
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Nicht nur die Patienten blühen auf, sondern auch die Stadt. Fast 2000 Kurgäste im Jahr besuchen das "Bad Werne", bleiben mehrere Tage in der Stadt, kaufen dort ein und füllen die Kassen.

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