Wie am Berliner Flughafen: Die Fußgängerbrücke als Sinnbild für den Stillstand in Werne

mlzKolumne Klare Kante

Eigentlich sollte der Kreisel an der B54 längst stehen. Der vorherige Abriss der Fußgängerbrücke soll ein Signal für den Aufschwung sein. Doch sie steht noch - für den Stillstand in Werne.

Werne

, 20.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dieses groß angekündigte Bauprojekt wird langsam zum Running-Gag. Die Fußgängerbrücke über die Münsterstraße sollte schon vor Jahren fallen. Doch siehe da - die Brücke steht immer noch.

Das gilt nicht für die Bäume, die bereits vor knapp einem Jahr weichen mussten. Seinerzeit, es war vor dem Jahreswechsel, tat sich plötzlich etwas an der Stelle, an der schon längst ein großer Kreisverkehr den Verkehr zwischen Becklohhof und Burgstraße lenken sollte. Platanen und Sträucher verschwanden bereits. Der kundige Bürger rieb sich die Augen.

Wie am Berliner Flughafen: Die Fußgängerbrücke als Sinnbild für den Stillstand in Werne

Vor knapp einem Jahr tat sich etwas an der Fußgängerbrücke - dachte man zumindest. © Jörg Heckenkamp (A)

Plötzlich passiert etwas

Hier passiert ja bald wirklich etwas. Ja, aber bis heute stehen die halb abgeholzten Baumstämme, aus denen schon wieder neue Triebe sprießen, genauso wie die Fußgängerbrücke. Der Abriss sollte bereits 2018 erfolgen. Jetzt wird es sogar für 2019 eng.

Denn zum wiederholten Male müssen die Verantwortlichen gebetsmühlenartig erklären: Der Abriss verzögert sich. Vor November - in diesem Jahr (!) - werde nicht mit der Maßnahme gestartet, erklärte Gisbert Bensch, zuständiger Projektmitarbeiter und ehemaliger Tiefbauamtsleiter der Stadt Werne. Täglich grüßt das Murmeltier, möchte man meinen.

Sinnbildlich für den Stillstand

Immer wieder musste der Abriss und damit der Bau des Kreisels verschoben werden. Mal gab es von der Bezirksregierung Arnsberg noch kein grünes Licht für eine Förderung, mal dauerte das Ausschreibungsverfahren an die Unternehmen länger als gedacht. Und wenn es dann endlich los gehen soll, muss ja auch noch das Wetter mitspielen...

Wie am Berliner Flughafen: Die Fußgängerbrücke als Sinnbild für den Stillstand in Werne

Aus den Baumstämmen sprießen schon wieder die nächsten Triebe. © Andrea Wellerdiek

Die Fußgängerbrücke über die Münsterstraße steht auch sinnbildlich für den Fortschritt rund um das Projekt „Werne neu verknüpft“ aus dem Fördertopf „Regionale 2016“ des Landes NRW.

So war zumindest der Plan. Mittlerweile dokumentiert sie hingegen den Stillstand eines der wichtigsten Bauprojekte in der Werner Innenstadt. Eine Parallele zum längst nicht fertig gestellten Berliner Flughafen ziehen böse Zungen bereits.

Bauwerk wird als Schandfleck bezeichnet

Der Abriss soll eigentlich ein erstes Signal sein und den Auftakt für ein Mammut-Projekt in der Neugestaltung von Horne und B54 bilden. Das für viele Bürger und Politiker als Schandfleck bezeichnete Bauwerk soll verschwinden, um dort einen Kreisverkehr zu installieren.

Dadurch soll die trennende Wirkung, die die Münsterstraße noch hat, aufgehoben werden. Denn bislang können Fußgänger aus dem Westen – wo unter anderem der Bahnhof liegt – die Innenstadt an dieser Stelle nur über die Fußgängerbrücke erreichen. Und das wird auch noch für eine Weile so bleiben.

Wie am Berliner Flughafen: Die Fußgängerbrücke als Sinnbild für den Stillstand in Werne

Der Abriss der Fußgängerbrücke über die B54 in Höhe des Berufskollegs verzögert sich erneut. © Andrea Wellerdiek

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