Wie die Fabi dem demografischen Wandel begegnet

Die Leiterin im Interview

Die deutsche Bevölkerung altert zunehmend: Weil der demografische Wandel auch in Werne spürbar ist, bietet die Familienbildungsstätte ein spezielles Kursprogramm an. Im Interview spricht Fabi-Leiterin Gabriele Kranemann über Angebote für die Generation 75+ und darüber, dass man junge Familien deshalb noch lange nicht vergisst.

WERNE

, 15.12.2014, 18:15 Uhr / Lesedauer: 3 min
Physiotherapeutin Sandra Wulfert (l.) und Fabi-Leiterin Gabriele Kranemann wollen die Genration ab 75 Jahren mit einem neuen Kursangebot zu mehr Bewegung ermutigen - zur Not auch im Sitzen.

Physiotherapeutin Sandra Wulfert (l.) und Fabi-Leiterin Gabriele Kranemann wollen die Genration ab 75 Jahren mit einem neuen Kursangebot zu mehr Bewegung ermutigen - zur Not auch im Sitzen.

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Die Kurse sind extra klein gehalten - maximal sechs bis acht Teilnehmer. So besteht die Chance auf individuell abgestimmte Übungen. Wer nicht mehr stehen kann, macht die Übungen halt im Sitzen. Das ist auch für den Alltag wichtig - manche Menschen haben im hohen Alter Probleme, einen Fuß zu heben. Dafür ist unser Training da. Ganz wichtig ist in dem Zusammenhang auch die Sturzprävention - manch älterer Mensch wird nach einem Sturz extrem unsicher und zieht sich aus dem Alltagsleben zurück. Dem wollen wir vorbeugen.  

Das erleben wir schon jetzt: Die Teilnehmer werden von Familienmitgliedern gebracht, die auch beim Umziehen helfen. Einige kommen mit Rollatoren - wir sind mittlerweile in der Fabi weitestgehend barrierefrei, sodass wirklich jeder mitmachen kann. Aber das Angebot hat natürlich auch einen anderen Zweck: Einmal wöchentlich Kursus bedeutet Struktur im Alltag, und es ist auch ein Anlass, sich aufzuraffen. Man muss eben auch einfach mal Mut machen: Es ist vielleicht anstrengend, aber es lohnt sich. Darüber hinaus ist es auch eine Anregung, die Übungen zu Hause durchzuführen.  

Zunächst mal: Die junge Familie ist nach wie vor in unserem Fokus. Es gibt Pekip-Gruppen, das Elterncafé und natürlich generationenübergreifende Angebote wie das gemeinsame Singen. Und ich würde mir wünschen, wenn es noch mehr Familien geben würde. Aber wir dürfen nunmal auch in Werne nicht die Augen vor dem demografischen Wandel verschließen: Der Anteil der Menschen, die 75 bis 100 Jahre alt sind, wird weiter wachsen. Unser typischer Teilnehmer ist derzeit übrigens 57 Jahre alt und weiblich.  

Ein Pekip-Kurs ist zum Beispiel für ein klares Alter definiert. In Nähkursen sind wir hingegen altershomogen, da sitzen 30-Jährige neben 70-Jährigen. Doch die Senioren gelten nach wie vor als eine Altersgruppe. Dabei hat ein 80-Jähriger völlig andere Vorlieben und Fähigkeiten als ein 65-Jähriger. Darauf werden wir uns in Zukunft einstellen müssen.  

Ja. Man geht davon weg, die Leute über ihr Alter zu definieren. So ist unser Angebot auch sowohl an Senioren gerichtet, die immer schon sportlich aktiv waren, als auch an solche, die bisher wenig Bewegung hatten - was ja nicht heißt, dass sie nicht gesund gelebt haben, sondern einfach nur merken, dass es gut ist, auch im höheren Alter aktiv zu werden.   Das neue Angebot der Fabi startet mit drei Kursen für Menschen ab 75 Jahren.

  • Sturzprophylaxe und Gleichgewichtsschulung: Ziel der Übungsreihe ist es, Kraft und Balance, aber auch die Wahrnehmung und das Gleichgewicht zu fördern. Termin: Ab dem 13. Januar zehnmal dienstags von 9 bis 9.45 Uhr.
  • Prophylaxe für Wirbelsäulenerkrankungen: Das Rückentraining fördert die aufrechte Körperhaltung, Kräftigung der Arme und Beine sowie die Mobilität von Hüfte und Schulter. Termin: Ab dem 13. Januar zehnmal dienstags von 10 bis 10.45 Uhr.
  • Prophylaxe für Herz-Kreislauferkrankungen: Hier geht es um die Stärkung des Herz-Kreislaufsystems durch regelmäßige Bewegung und entsprechende Übungen. Termin: Ab dem 13. Januar jeweils zehnmal dienstags von 11 bis 11.45 Uhr.

Alle Kurse finden im Gymnastikraum der Familienbildungsstätte Werne, Konrad-Adenauer-Straße 8, statt. Anmeldung unter Tel. (02389) 40 02 11.

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