Wieso Werne mehr als genug Altenheime hat

Bedarfsplanung des Kreises

16,5 Prozent. Auf diese Versorgungsquote wird sich der Kreis Unna voraussichtlich am 10. März festlegen. Heißt in Kürze: Für rund ein Sechstel der Menschen, die älter als 80 Jahre alt sind, muss eine Kommune Pflegeplätze bereitstellen. Werne liegt deutlich über dieser Quote - dennoch wird ein neues Altenheim gebaut. Wir blicken auf den gesamten Kreis.

WERNE/KREIS UNNA

, 03.03.2015, 05:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
80 weitere Pflegeplätze entstehen durch das neue Altenheim an der Kamener Straße. Im Frühjahr 2014 hatten die Arbeiten begonnen, binnen einen Jahres sollten sie beendet sein.

80 weitere Pflegeplätze entstehen durch das neue Altenheim an der Kamener Straße. Im Frühjahr 2014 hatten die Arbeiten begonnen, binnen einen Jahres sollten sie beendet sein.

Schon jetzt hat die Stadt Werne 130 Altenheimplätze über dem Bedarf. Dennoch baut die Pro Talis Betreuung- und Service GmbH, die in Werne auch das Seniorenwohnstift am Solebad betreibt, gerade 80 weitere Pflegeplätze an der Kamener Straße.

Ein Vorhaben, das es ab dem 10. März schwer hätte, genehmigt zu werden, wie Wernes Planungsdezernent Ralf Bülte meint. Denn dann verabschiedet der Kreistag voraussichtlich den Pflegebedarfsplan für den Kreis Unna. Der schreibt - vorausgesetzt die Politiker stimmen zu - die Versorgungsquote auf 16,5 Prozent fest. 

Mit anderen Worten: „16,5 Prozent der Über-80-Jährigen sollen im Nord- und im Südkreis einen Pflegeplatz finden können“, sagt Kreispressesprecherin Constanze Rauert. Zurzeit liege die Quote kreisweit höher (17,3 Prozent). 

Dass die Kreisquote so hoch ist, liegt nicht zuletzt auch an den kräftigen Werner Bauaktivitäten. Auf 1852 Menschen über 80 Jahren kommen in der Stadt momentan bereits 436 Plätze in Pflegeheimen. Das entspricht einer Versorgungsquote von 23,54 Prozent. Für 2018 hätte Werne gemäß den Prognosen 101 Pflegeplätze mehr als nötig. Die 80 Plätze an der Kamener Straße noch gar nicht mitgezählt. 

"Überflüssige neue Heime"

Werne sei ein Beispiel dafür, dass es in den vergangenen Jahren nicht immer gelungen sei, „überflüssige neue Heime zu verhindern“, ist im Entwurf des Pflegebedarfsplans 2015 nachzulesen.

Einen noch höheren Wert hat allein Fröndenberg (31,37 Prozent). Andere Städte im Kreis liegen jedoch zurzeit auch noch deutlich unter den bald vielleicht geforderten 16,5 Prozent - bieten also zu wenige Plätze an.

Werne liegt übrigens schon seit mehr als drei Jahrzehnten weit vorne bei der Seniorenbetreuung. Damals entstand eine der beiden Großeinrichtungen im Kreis: das Seniorenzentrum Antonius an der Ottostraße mit 230 Plätzen. Heute dürfen Neubauten laut Landesvorgabe noch maximal 80 Plätze haben - wie das Heim an der Kamener Straße.

 

 

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