Willi Fleige (98) gestorben - bekannt durch Bäume und Gepäcktransport

Trauer in Werne

Ein bekannter Werner Landwirt weilt nicht mehr unter uns. Willi Fleige starb am Samstag, 20. Juni 2020. Durch zwei Dinge war der Werner in der Lippestadt bekannt.

Werne

, 24.06.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Willi Fleige aus der Capeller Straße war bekannt für seine wunderschöne Streuobst-Wiese. Er fuhr Jahrzehnte das Gepäck der Wallfahrer mit der Kutsche nach Werl. Im Alter von 98 Jahren ist er gestorben.

Willi Fleige aus der Capeller Straße war bekannt für seine wunderschöne Streuobst-Wiese. Er fuhr Jahrzehnte das Gepäck der Wallfahrer mit der Kutsche nach Werl. Im Alter von 98 Jahren ist er gestorben. © Helga Felgenträger (A)

Willi Fleige starb am Samstag, 20. Juni 2020, nach „einem langen und arbeitsreichen Leben“, wie es in der Todesanzeige heißt, im Alter von 98 Jahren. Der Landwirt aus Werne war durch zwei Dinge besonders bekannt.

Das eine war seine Streuobstwiese. Zur Blütezeit im Frühling war das ein Anziehungspunkt für Radfahrer oder Spaziergänger. Auf seinem Anwesen an der Capeller Straße stehen mehr als 100 Obstbäume. Die Wiese war ihm schon seit Kindheitstagen vertraut. „Hier hatten wir immer Obstbäume stehen“, erzählte der Landwirt unserer Zeitung vor gut zwei Jahren anlässlich seines 96. Geburtstages. Vor gut 20 Jahren nahm der Kreis Unna die Wiese in seine Obhut.

Fleige transportierte Gepäck der Fußwallfahrer nach Werl

Zweitens machte sich Willi Fleige um die Organisation der Fußwallfahrt nach Werl verdient. Als die Fußwallfahrt nach Werl, in den Kriegsjahren verboten, zum ersten Mal am Samstag, 4. August 1945, wieder stattfinden sollte, kam Willi Fleige just aus dem Krieg zurück. Ab diesem Zeitpunkt hat Fleige jedes Jahr den Gepäcktransport für die Fußwallfahrer nach Werl, den bisher sein Vater Anton begleitete, übernommen.

Zuerst mit Pferd und Wagen, ab 1963 mit Traktor und Hänger. Für seinen langjährigen Einsatz überreichte ihm 2003 Bischof Lettmann den Dialogpreis für gute Taten. 60 Jahre lang hatte der Landwirt die Gepäckstücke nach Werl transportiert.

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