Endlich wieder Sommer, Sonne, Strand und Meer: Viele Werner zieht es in den Sommerferien ans Mittelmeer - wo Urlaub wieder fast normal möglich ist. © dpa
Reisen in der Pandemie

„Wir sind sehr happy“: Für Werner Reisebüros geht es wieder aufwärts

Endlich mal wieder raus: So geht es offensichtlich vielen Wernern in Hinblick auf die nahen Sommerferien. Wir haben uns mit Werner Reiseexperten darüber unterhalten, was aktuell möglich ist.

Die Liste der aktuellen Covid-19-bedingten Reisewarnungen auf der Seite des Auswärtigen Amtes ist nahezu unendlich. Griechenland ist dabei, Kanada, die Schweiz, Tunesien, Dänemark, Ägypten, die USA, Belgien, die Niederlande. Von Letzterem heißt es auf der Seite: Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Niederlande wird aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt“. Ebenso verhält es sich mit Griechenland oder Ägypten: Man braucht bei Einreise einen negativen PCR-Test. In die USA ist Deutschen die Einreise nach wie vor verboten.

Sind die Werner trotz unterschiedlicher und sich häufig ändernder Einreisebestimmungen reisefreudig? Und was ist jetzt ganz kurzfristig und in Hinblick auf die Sommerferien möglich?

Petra Schmiedeknecht ist Teamleiterin im Reisebüro Lunemann.
Petra Schmiedeknecht ist Teamleiterin im Reisebüro Lunemann. © Reisebüro Lunemann © Reisebüro Lunemann

Die gute Nachricht zuerst: „Die klassischen Sommerferienziele können inzwischen wieder fast wie immer bereist werden“, sagt Petra Schmiedeknecht, Teamleiterin im Reisebüro Lunemann. „Darüber sind wir sehr happy.“ Seit zwei bis drei Wochen mache sich das auch in Werne bemerkbar: „Die Reiselust ist groß da“, stellt Schmiedeknecht fest.

Für Ziele im Mittelmeerraum – Balearen, Kanaren, Griechenland und Portugal – sind die Reisebeschränkungen aufgehoben und ab dem 7. Juni fällt sogar die Testpflicht für vollständig Geimpfte bei der Einreise weg. „Seit einer Woche gibt es bei uns einen echten Ansturm“, berichtet sie.

Werner zieht es in die Sonne

Der zeigt sich ebenso im Reisebüro Wagner: „Die Leute wollen raus“, stellt Geschäftsführerin Ute Wagner fest. Schon zu Pfingsten habe sich das bemerkbar gemacht. „Weil das Wetter in Deutschland schlecht war, haben viele vor allem für die spanischen Inseln gebucht“, sagt sie. Und auch für die Herbstferien gebe es eine gute Nachfrage, – „weil die Leute davon ausgehen, dann geimpft zu sein“, vermutet sie.

Für die Sommerferien hingegen gebe es bei ihr lediglich einzelne Buchungen. „Insgesamt gibt es jetzt, da seit zwei Wochen wieder normale Buchungen möglich sind, zwar mehr Nachfrage, aber noch keine Überschwänglichkeit“, fasst Wagner die Lage zusammen. „Aber wir freuen uns, dass es überhaupt wieder losgeht.“

Dorothee Wiewel vom Reisebüro Wiewel.
Dorothee Wiewel vom Reisebüro Wiewel. © Mario Bartlewski © Mario Bartlewski

Fernreisen hingegen wie in die USA, nach Thailand, die Dominikanische Republik oder nach Tunesien sind nach wie vor kaum möglich. Hier können sich die Regelungen aber täglich ändern. Das führe ganz deutlich zu Verunsicherung bei den Reisewilligen, heißt es aus den Werner Reisebüros.

„Aber dafür sind wir ja in ständigem Kontakt mit den Reiseveranstaltern“, beruhigt Petra Schmiedeknecht. Und es führt zu viel Arbeit bei den Reiseexperten. „Am Flughafen und im Flugzeug muss man Maske tragen“, weiß Ute Wagner, „am Strand zum Beispiel nicht. Viele unsere Kunden sagen, sie fühlten sich vor Ort in der Urlaubsregion sicherer, als Zuhause.“

Offene Türen machen glücklich

Während Petra Schmiedeknecht täglich etwa eine Stunde Vorarbeit leistet, um sich auf den neuesten Stand zu bringen, arbeitet sich Dorothee Wiewel (Reisebüro Wiewel) kundenabhängig durch die neuesten Bestimmungen. „Wir bekommen Anfragen und gucken dann ganz tagesaktuell, was möglich ist.“

Zum Beispiel hat sie in den vergangenen Tagen schon einige Werner wieder auf Kreuzfahrt geschickt; allerdings mit Beschränkung, dass bei Zwischenstopps keine Individualausflüge erlaubt sind. „Nach einer wirklich wuseligen Anfangszeit, die die Kunden stark verunsichert hat, ist jetzt alles viel langfristiger und ruhiger geworden. Es war ein schreckliches Jahr“, stellt sie fest.

Am meisten freut sie sich darüber, die Türen des Reisebüros wieder geöffnet zu haben. „Wenn die Kunden den Kopf reinstrecken und sagen, wie schön die Reise und wie unproblematisch sie letztlich war, dann macht mich das glücklich.“

Heidrun Wagner-Peters leitet seit rund 50 Jahren das Reisebüro Wagner.
Heidrun Wagner-Peters leitet seit rund 50 Jahren das Reisebüro Wagner. © Mario Bartlewski © Mario Bartlewski
Über die Autorin
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In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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Kristina Gerstenmaier

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