Ungewöhnlicher Umstand verhinderte beim Wohnmobilbrand noch Schlimmeres

mlzAm Solebad

Der ohnehin schon dramatische Wohnmobilbrand auf dem Solebadparkplatz am Samstag (24. Oktober) hätte noch deutlich größere Ausmaße annehmen können. Ein ungewöhnlicher Umstand verhinderte das.

Werne

, 27.10.2020, 14:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein lauter Knall, den man „wahrscheinlich in der halben Werner Innenstadt gehört hat“, berichtet ein Anwohner der Straße Südmauer im Gespräch mit unserer Redaktion nach dem Wohnmobilbrand auf dem Solebadparkplatz am Samstag (24. Oktober). Die dunklen Rauchwolken seien auch aus der Ferne zu erkennen gewesen. „Ich habe nur gedacht: Hoffentlich war da niemand nah dran.“

Tatsächlich konnten die Werner am Samstag gleich mehrere Explosionen hören. Denn während die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Werne unter Atemschutz mit Wasser und Schaum gegen die Flammen vorgingen, explodierten in dem Wohnmobil eines 81-jährigen Lüners sowohl Gaskartuschen als auch der Kompressor eines Kühlschranks. Ein zweiter Angriffstrupp sicherte zwei 5 Kilogramm schwere Gasflaschen aus den noch intakten Außenfächern des Wohnmobils.

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Der Eigentümer des Fahrzeugs befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits außerhalb des Wohnmobils - hatte sich allerdings vermutlich bei ersten Löschversuchen starke Verbrennungen und eine Rauchvergiftung zugezogen. Dass die übrigen Wohnmobilisten mit dem Schrecken davonkamen, haben sie wohl auch einem eher untypischen Umstand zu verdanken. Denn sein Fahrzeug hatte der Lüner deutlich abseits der anderen Wohnmobile abgestellt.

Hätte das Fahrzeug mitten zwischen den anderen gestanden, dann wäre die Situation möglicherweise noch dramatischer ausgegangen, als sie es ohnehin schon tat, wie Feuerwehrsprecher Tobias Tenk erklärt: „Solche Wohnmobile kommen ja nicht immer schnell weg. Allein schon die Wärmestrahlung kann sich bei einem Brand auf die anderen Fahrzeuge auswirken.“ Und dann steht plötzlich nicht mehr nur ein Fahrzeug in Flammen - sondern gleich mehrere.

Gasflaschen-Explosion: Wenn die Sicherung versagt, wird‘s kritisch

Auch die Gasflaschen, die die Einsatzkräfte sichern konnten, hätten ein Übergreifen der Flammen beschleunigen können. Ob und wann sie - ähnlich wie die kleineren Kartuschen - explodieren, sei jedoch nur schwer abzuschätzen. „Diese Flaschen haben in der Regel einen Sicherungsmechanismus und blasen das Gas ab, bevor es zu einer Explosion kommt “, so Tenk. Der Effekt sei dann vielmehr eine größere Flamme.

Nur wenn der Sicherungsmechanismus versage und die Flasche über längere Zeit stark erhitzt wird, könne sich so viel Druck aufbauen, dass es tatsächlich zur Explosion kommt: „Und die sieht dann auch anders aus als beispielsweise eine Erdgas-Explosion in einem Wohnhaus. Das ist eine ganz andere Größenordnung. Dennoch wissen wir natürlich auch um die Gefahr eines Wohnmobilbrands.“

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Szenarien wie das auf dem Parkplatz am Solebad trainieren die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Werne schließlich - wobei es sich bei den Übungsobjekten dann in der Regel um Autos und nicht speziell um Wohnmobile handelt. Die Vorgehensweise sei jedoch identisch, der Unterschied bestehe lediglich in der Menge des brennbaren Materials beziehungsweise der sogenannten Brandlast.

Für besondere Anspannung sorgte bei den Einsatzkräften am Samstag hingegen das Einsatzstichwort im Zuge der Alarmierung. Denn das lautete „Wohnmobil brennt - eine Person noch drin“. Eines der besonders kritischen Stichwörter, wie Tenk betont. Ähnlich wie im Falle von „Person klemmt“, das man insbesondere bei Autounfällen bisweilen erhalte.

Auf dem Weg zum Einsatzort gehe man die Abläufe dann noch einmal etwas akribischer durch, lege Atemschutz und Co. an, kontrolliere alles noch einmal, um später bloß keine Sekunde zu verlieren. „Wenn Menschenleben in Gefahr sind, dann ist die Anspannung bei allen noch einmal etwas größer“, sagt der Feuerwehrsprecher. Zumindest diese Befürchtung bestätigte sich beim Eintreffen der Einsatzkräfte am Samstag nicht.

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Ein brennendes Wohnmobil auf dem Parkplatz am Solebad in Werne sorgte am Samstagmorgen für einen Großeinsatz der Feuerwehr. Es gab mehrere Explosionen. Eine Person wurde verletzt. Von Felix Püschner

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