Vize-Büchereileiterin Marion Gloger im sogenannten "neuen Wohnzimmer" der Stadtbücherei Werne. Wegen Corona ist es nur eingeschränkt nutzbar. © Jörg Heckenkamp
Stadtbücherei Werne

Wohnzimmer: Corona-Pandemie lässt Büchereinutzer in Werne noch zögern

Die Corona-Pandemie beschränkt das Angebot der Stadtbücherei in Werne deutlich. Aber die Leser, die das „neue Wohnzimmer“ in Augenschein genommen haben, seien begeistert, heißt es dort.

Ende Juni hat das sogenannte neue Wohnzimmer in der Stadtbücherei in Werne eröffnet. Aber die anhaltende Corona-Pandemie macht dem neu gestalteten Raum, der zum Verweilen und Stöbern einladen soll, bisher noch einen Strich durch die Rechnung. „Die Eröffnung des Wohnzimmers fand leider in einer coronabedingten sehr ungünstigen Zeit statt“, sagt die stellvertretende Leiterin der Stadtbücherei Werne, Marion Gloger. Bis heute sind die Räume in der Stadtbücherei immer noch nur eingeschränkt nutzbar.

Als die Bücherei nach den Lockerungen der anfänglich deutschlandweiten Corona-Beschränkungen wieder aufmachen konnte, war der Zugang zu den Räume zunächst beschränkt. „Ziel war es, die Aufenthaltsdauer möglichst kurz zu halten, damit sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig in der Bücherei aufhalten, da es sonst gerade im Eingangs-/Ausleihbereich eng werden könnte. Es sollten also nur die Ausleihe und Rückgabe ermöglicht werden“, so Gloger.

Leser sind von neuem Wohnzimmer in der Bücherei begeistert

Sitzmöbel wurden nicht mehr zur Verfügung gestellt, ebenso wenig wie die Internetplätze, die Kataloge und Konsolenspielplätze. „Auch der beliebte Kaffeeautomat war nicht in Betrieb“, so Gloger. Insgesamt seien die Besucher eher zögerlich. Gerade die nötige Registrierung bei Betreten der Stadtbücherei stelle für einige einen Hinderungsgrund dar, sagt die Stellvertretende Büchereileiterin. Diejenigen die kämen, freuten sich aber, endlich wieder ausleihen zu können.

Die Reaktionen der Leser insbesondere auf das neue Wohnzimmer seien enorm gewesen: „Es gab viele begeisterte Stimmen, die sich hier nun einen längeren Aufenthalt vorstellen können.“ Inzwischen seien zumindest die Stühle und Sessel vorhanden und würden rege benutzt. Zunächst waren nur die vier Sessel wegen eines Brandes in der Lieferfirma geliefert worden, jetzt sind auch die 10 Stühle für den Bereich da und aufgestellt. „Die Leser vermissen aber weiterhin den für das perfekte Stöbern dazugehörigen Kaffee. Diesen können wir leider immer noch nicht anbieten“, so Marion Gloger.

Was auch wieder angeboten wird, sind ein internetfähiger PC, der Multimedia-Rechner und ein Katalog. „Mehr ist leider aufgrund der Abstandsregeln nicht möglich. So darf aus diesem Grund auch noch nicht an den Konsolen gespielt werden“, erklärt Gloger.

Langfristig soll im Mittelteil im OG eine Leihothek entstehen

Langfristig soll auch der Mittelteil zwischen Jugendbereich und Wohnzimmer umgestaltet werden. Hier soll eine Leihothek entstehen, wo sich Besucher Geräte wie Werkzeug oder Nähmaschinen leihen können. Auch im Erdgeschoss soll langfristig eine neue Theke entstehen. Ebenso wie der Wunsch nach einer Selbstverbuchungs-Lösung der Ausleihmedien für die Besucher. Doch zur Umsetzung der Vorhaben fehlt derzeit einfach das Geld. „Es wird nur mit Unterstützung in den nächsten Jahren gehen“, sagt Marion Gloger. Deshalb sei derzeit auch noch nicht absehbar, wann insbesondere der Mittelteil im Obergeschoss umgesetzt werden kann. In diesem und im kommenden Jahr sei damit aber wohl nicht zu rechnen, so Gloger.

Und hat sich das Leseverhalten der Büchereinutzer während der Pandemie verändert? „Zur Auswahl der Lektüre sind keine großen Änderungen spürbar“, sagt Gloger. „Am ausleihstärksten sind weiterhin Kinder- und Jugendliteratur inklusive der fast immer entliehenen Tonies sowie Belletristik für Erwachsene.“ Die einzige derzeitige Auffälligkeit sei verständlicherweise die Stagnation der Reiseliteratur. „Normalerweise sind diese Regale zu den Sommerferien so gut wie leergefegt.“ Eine erhöhte Nachfrage sei derzeit vor allem bei der Reiseliteratur innerhalb Deutschlands zu bemerken.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
Zur Autorenseite
Eva-Maria Spiller

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.