Gleich zwei Einbrüche ereigneten sich am Samstag in Werne. In einem der beiden Fälle konnte die Polizei die Beschuldigten stellen. © Symbolbild Pixabay
Kriminalität

Zwei Einbrüche in Werne an einem Tag: Handelt es sich um dieselben Täter?

Zwei Einbrüche binnen eines Tages sind in Werne eher die Ausnahme. In einem Fall erwischte die Polizei zwei Personen auf frischer Tat. Könnten die beiden auch die zweite Tat begangen haben?

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist in Werne in den vergangenen Jahren stark rückläufig. Waren es 2017 noch 84, so sind in der Kriminalstatistik für 2020 lediglich 22 Fälle aufgeführt. Nun kamen am Samstag (18. Juli) an nur einem einzigen Tag gleich zwei weitere hinzu. Das ist an sich schon eher ungewöhnlich für die Lippestadt. Doch es gibt einen zusätzlichen Umstand, der ein kurioses Szenario vorstellbar erscheinen lässt.

Im ersten Fall an der Kamener Straße erwischte die Polizei die beiden Männer um 4 Uhr morgens nämlich auf frischer Tat und brachte sie in Gewahrsam. Zumindest vorerst. Der zweite Einbruch geschah laut Polizeiangaben dann zwischen 9.30 bis 19.30 Uhr. Für diesen Fall, der sich an der Kurt-Schumacher-Straße ereignete, gibt es nach wie vor keine Zeugenhinweise. Und dementsprechend auch keine Verdächtigen.

Gewahrsam aber keine Untersuchungshaft für Beschuldigte

Oder etwa doch? Handelt es sich vielleicht um dieselben Personen, die man morgens schon an der Kamener Straße erwischt hatte? Waren die mutmaßlichen Täter etwa so dreist, direkt nach ihrer Entlassung erneut zuzuschlagen? „Wir sehen zwischen den beiden Taten definitiv keinen Zusammenhang“, sagt Christian Stein, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Unna, auf Anfrage unserer Redaktion am Dienstag (20. Juli).

Ob die beiden Beschuldigten, die man in den frühen Morgenstunden festgenommen hatte, noch am selben Tag aus dem Gewahrsam entlassen wurden und somit zumindest theoretisch für die zweite Tat infrage kämen – darüber gebe man seitens der Polizei keine Auskunft. Grundsätzlich sei es aber möglich, Beschuldigte bis zum Ende des darauffolgenden Tages festzuhalten. Heißt in diesem Falle also bis Sonntagabend um 23.59 Uhr.

Laut Stein ist gegen die beiden Personen ein Strafverfahren eingeleitet worden. Sie seien allerdings nicht in Untersuchungshaft überführt worden. Ob das geschieht, ist letztlich nicht Angelegenheit der Polizei, sondern der Justiz. Das Prozedere ist klar geregelt: Die Staatsanwaltschaft entscheidet zunächst, ob der Beschuldigte vor den Haftrichter geführt werden soll. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle – etwa die Schwere des Verbrechens, eine mögliche Fluchtgefahr oder ob es sich um einen Wiederholungstäter handelt, der bereits mehrere Einträge im Strafregister hat.

Der Haftrichter kann dann eine Untersuchungshaft anordnen. Auch für die Durchsuchung der Wohnungen von Beschuldigten ist ein richterlicher Beschluss nötig. Wie schnell so etwas in der Regel geschieht, verrät die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen jedoch nicht.

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Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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Felix Püschner

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